Viszerales Fett

Autorin: Mag. Sonja Tautermann

Aktualisiert am: 08.03.2010

Apfel- oder Birnentyp?

Mediziner unterscheiden zwischen apfel- und birnenförmigen Fettablagerungen. Beim "Birnentyp" lagert sich das Fett eher an Hüften, Po und Oberschenkeln ab, beim "Apfeltyp" hingegen eher rund um den Bauch. Männer sind typischerweise apfelförmig und tragen ein wesentlich höheres Risiko für viszerales Fett als Frauen. "Bauchfett ist viel stärker stoffwechselaktiv, die Hüfte ist nicht so schlimm krankmachend", sagt Toplak. Zwar würden Frauen eher zum Birnentyp neigen, "allerdings gibt es in der Bevölkerung fast nur noch Frauen mit erhöhtem Bauchumfang". Das Risiko von viszeralem Fett sei bei Frauen zudem noch gefährlicher als bei Männern, so Ludvik.

Dennoch bleibt starkes Übergewicht auch dann ein Risiko, wenn es birnenförmig ist. Selbst wenn die hüftbetonte Adipositas vorliege, die als etwas günstiger betrachtet werde und bei der die kardiovaskulären Folgen weniger schwerwiegend seien, könne man die Patienten nicht als gesund bezeichnen, so Toplak. Die bauchbetonte Fettverteilung erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwa auf das Zweifache. Somit sei der Bauch der Risikofaktor Nummer eins.

Auch Schlanksein kann ein Risiko sein

"Wenn alle einen BMI von 25 als normal annehmen, ist das so nicht richtig. Das Gesundheitsrisiko hängt vom Bauchumfang ab", stellt der Experte klar. Auch ganz schlank zu sein, sei ein Nachteil aufgrund des Muskelmangels. "Die Muskelmasse sollte das ganze Leben lang größer sein als die Fettmasse", so Toplak. Sobald sich der Bauchumfang erhöhe, steige auch bei Normalgewicht die Wahrscheinlichkeit auf ein erhöhtes Diabetesrisiko. "Kaum fängt das Bäuchlein an, hat man ein fast genauso hohes Risiko wie bei Übergewicht."

Je älter man wird, desto mehr neigt man zu viszeralem Fett

Auch das zunehmende Alter begünstigt die Bildung von viszeralem Fett, da sich der Stoffwechsel und somit auch der Fettabbau verlangsamen. Frauen in den Wechseljahren haben ebenfalls ein höheres Risiko von innerem Bauchfett. Durch den Östrogenmangel gehe der Körperbau mehr in Richtung der männlichen Fettverteilung, also zum "Apfeltyp". Von einer Hormonersatztherapie raten die Experten aber dennoch ab. Damit gehe nicht nur ein vermehrtes Brustkrebsrisiko, sondern auch ein vermehrtes Herzinfarktrisiko einher. "Übergewichtige Frauen haben genug Östrogen, daher brauchen sie eine Hormonersatztherapie am wenigsten."


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