Viszerales Fett

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Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 08.03.2010
Verstecktes Risiko
Von außen unsichtbar, sitzt das so genannte "viszerale Fett" tief im Körper versteckt. Es lagert sich um lebenswichtige Organe im Bauchraum ab und stellt eine Gesundheitsgefahr dar. Betroffen sind nicht nur übergewichtige Menschen. Auch sehr schlanke Menschen ohne sichtbaren Bauchansatz können viszerales Fett in sich tragen.
Viszerales Fett hat jeder von uns. Für unsere Vorfahren war dieses innere Bauchfett als Energiereserve besonders wichtig, weil es – im Gegensatz zu anderen Fettarten – rasch abgebaut werden kann und damit schnell zur Verfügung stand. Da wir in unserer Gesellschaft aber heute wesentlich weniger körperlich für unser Essen arbeiten müssen, lagern sich gefährliche Mengen dieses Fettes in unserem Körper ab. Auch wer äußerlich schlank wirkt, kann Bauchfett im Körper tragen, das sich um die inneren Organe anlegt. Nimmt man bei einer Gewichtszunahme zuerst am Bauch zu, spricht dies für eine Neigung zu viszeralem Fett.
Viszerales Fett als Gesundheitsrisiko
"Viszerales Fett ist nicht nur einfach passiv im Körper vorhanden, sondern kann zur Entstehung ernsthafter Gesundheitsprobleme wie zum Beispiel Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen beitragen", warnt Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak von der Grazer Universitätsklinik für Innere Medizin. Viszerale Fettzellen sind sehr stoffwechselaktiv und produzieren eine Vielzahl an Botenstoffen und Hormonen, die entzündungsfördernd wirken und vielfältige Stoffwechselentzündungen nach sich ziehen. Studien zeigen, dass die Lebenserwartung durch inneres Bauchfett deutlich reduziert wird.
Diabetesgefahr
"Je mehr wir essen bzw. je mehr viszerales Fett in nahrungsfreien Perioden zur Verfügung steht, desto stärker ist die Bildung freier Fettsäuren", erklärt Toplak. Freie Fettsäuren stören die Insulinwirkung, wodurch der Blutzuckerspiegel nicht mehr normal sinkt. Der Insulinbedarf erhöht sich, was zur Förderung einer bestehenden Insulinresistenz führen kann. "Das fördert die Entstehung von Glukosetoleranzstörungen und Diabetes." Chronischer Stress, Alkohol und Nikotinkonsum würden übrigens den Cortisolspiegel erhöhen, was ebenfalls bewirke, dass die viszeralen Fettzellen aktiv werden, fügt Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik von der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin hinzu.
Wann sollte man aufpassen?
Um festzustellen, ob man überschüssiges viszerales Fett im Körper trägt, sollte man das Maßband anlegen und den Bauchumfang messen. Gemessen werden sollte dort, wo sich normalerweise der Nabel befindet (bzw. befinden würde). Als Risikogruppe gilt bei Frauen ein Messwert über 88 Zentimeter, bei Männern wird es ab 102 Zentimetern Bauchumfang gefährlich. Ab dann verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit des so genannten metabolischen Syndroms. Metaboliker werden leichter Diabetiker, haben erhöhte Blutfette bzw. Cholesterinwerte und neigen zu Bluthochdruck. Spätestens dann wäre also ein Lebensstiländerung gefragt. Gesünder essen, mehr Bewegung und Gewicht verringern lautet die bekannte Devise.
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