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Brustveränderungen, gutartige

Gutartige Brustveränderungen

Gutartige Neubildungen der Brust gehen vom Drüsenepithel, vom Bindegewebe oder von beiden Geweben gleichzeitig aus (Mischtumoren). Die häufigsten gutartigen (benignen) Tumoren der Brust sind das Fibroadenom und das Milchgangspapillom. Sie kommen vor allem bei jüngeren Frauen vor, während bindegewebige Wucherungen und Zysten (Mastopathie) am häufigsten bei Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr vorkommen.

Alle gutartigen Tumoren der Brust wachsen hormonabhängig. Man geht daher davon aus, dass eine Störung der hormonellen Regelkreise infolge einer Über- oder Unterproduktion eines einzelnen oder mehrerer Hormone zu den Gewebeveränderungen der Brustdrüse führen.

 

© 2006, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh, München


Fibroadenom

Das gutartige Fibroadenom entwickelt sich aus dem Drüsen- und Bindegewebe der Brust und kommt bei einem Drittel der Frauen vor.

 

Symptome

Das Fibroadenom wächst östrogenabhängig, ebenso die phylloiden Tumoren (phylloid = blattartig wachsend), die sich aus Fibroadenomen entwickeln können.

Beim Fibroadenom handelt es sich um eine derbe, glatte Geschwulst, die meist von den Frauen selbst getastet wird, z. B. beim Duschen, beim Abtrocknen oder bei der Selbstuntersuchung der Brust. Ansonsten verursacht ein Fibroadenom keinerlei Beschwerden.

Entwickelt sich das Fibroadenom zu einem phylloiden Tumor weiter, kommt es zu einer raschen und ausgeprägten Größenzunahme der betroffenen Brust. Während ein Fibroadenom nicht häufiger entartet als normales Drüsengewebe, beträgt die Rate der bösartigen Umwandlungen bei den phylloiden Tumoren nahezu 20 Prozent.

Diagnostik

Bei einem Fibroadenom tastet die Gynäkologin einen, häufig auch mehrere glatt begrenzte, derbe Knoten, die sich gegen Haut und Unterlage gut verschieben lassen. In der Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie) findet sich ein gleichmäßiges, klar abgrenzbares Verschattungsmuster. Auch in der Ultraschalluntersuchung (Mammasonografie) lässt sich der Tumor gut abgrenzen und von einer Zyste (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum) unterscheiden. Obwohl diese Befunde prinzipiell auf eine Gutartigkeit des Tumors schließen lassen, wird eine Gewebeprobe für eine feingewebliche Untersuchung (Histologie) entnommen, um eine bösartige Umwandlung oder eine Krebsvorstufe (Präkanzerose) in Form eines phylloiden Tumors sicher ausschließen zu können.

Die feingewebliche Untersuchung zeigt beim Fibroadenom eine faserreiche Struktur. Die Zellen des Gewebes weisen auf ihrer Oberfläche Rezeptoren für das weibliche Sexualhormon Östrogen auf. Das zeigt das östrogenabhängige Wachstum des Tumors.

Therapie

Fibroadenome bilden sich meist unbehandelt durch den Rückgang der Östrogenproduktion nach den Wechseljahren von allein zurück. Da die Tumoren aber in aller Regel bei relativ jungen Frauen auftreten, die durch die Knoten in der Brust beunruhigt sind, werden Fibroadenome auf Wunsch chirurgisch entfernt. Danach sind die Patientinnen geheilt.

Liegt ein phylloider Tumor vor, der nicht nur eine höhere Entartungstendenz aufweist als ein Fibroadenom, sondern auch Schmerzen bereitet, wird in jedem Fall operiert. Auch wenn die Tumoren bereits eine beachtliche Größe erreicht haben, können sie brusterhaltend operiert werden, d. h. es wird nur der Tumor entfernt, die Brust aber belassen.

 

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Mastopathie

Die Mastopathie (auch Mastopathia cystica fibrosa oder Mammadysplasie genannt) ist eine gutartige Vermehrung des Bindegewebes (Fibrosierung) der Brust. Sie kann zu Zystenbildungen führen, die in schweren Fällen die ganze Brust knotig erscheinen lassen. Fast die Hälfte aller Frauen leidet unter einer Mastopathie unterschiedlichen Grades; betroffen sind vor allem Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr.

Symptome

Bei der Mastopathie scheint ein Missverhältnis der Hormone Östrogen und Gestagen ursächlich an der Entstehung beteiligt zu sein.

Im Gegensatz zu den umschriebenen gutartigen Tumoren gehen die bindegewebigen Wucherungen und zystischen Veränderungen des Drüsengewebes bei der Mastopathie meist mit erheblichen Schmerzen einher. Die Brust ist hart und insbesondere kurz vor der Menstruation extrem berührungsempfindlich.

Diagnostik

Bei einer Mastopathie tastet die Ärztin einen harten, sehr druckempfindlichen Drüsenkörper von höckriger, knotiger Struktur. Da der Tastbefund eine Abgrenzung einzelner Knoten nicht zulässt, sind eine Mammografie und eine Ultraschalluntersuchung zur Klärung des Befundes unbedingt erforderlich. Ergeben diese Untersuchungen keinen Hinweis auf eine Krebsgeschwulst, dann wird die Patientin jährlich einer Mammografie und einer Ultraschalluntersuchung unterzogen. Eine ausgeprägte Mastopathie gilt als Krebsvorstufe und muss daher engmaschig kontrolliert werden. Lässt sich ein Karzinom nicht sicher ausschließen, werden mit einer Nadel Zellen aus dem verdächtigen Bereich abgesaugt und mikroskopisch untersucht.

Ergibt auch nur eine der durchgeführten Untersuchungen den geringsten Verdacht auf eine bösartige Veränderung, wird in jedem Fall eine chirurgische Entfernung des Knotens für die genaue feingewebliche Untersuchung erforderlich, um definitiv Auskunft über die Gut- oder Bösartigkeit des verdächtigen Gewebes zu erhalten. Diese Maßnahme ist deswegen erforderlich, weil ein Brustkrebs sehr früh zur Bildung von Tumorabsiedlungen (Metastasen) in anderen Organen neigt.

Therapie

Eine Mastopathie wird zunächst mit der Gabe des Gelbkörperhormons Gestagen behandelt, das über ein Hautpflaster (perkutan) oder als Tablette (systemisch) zugeführt werden kann. Die Östrogenproduktion wird durch die Zufuhr von Antiöstrogenpräparaten gebremst. Antiöstrogene besetzen die Östrogenrezeptoren auf den Drüsenzellen, so dass Östrogen nicht mehr in die Zellen eindringen kann. Durch den daraus folgenden erhöhten Östrogenserumspiegel wird den Östrogen produzierenden Drüsen signalisiert, dass bereits genügend Östrogen vorhanden ist und sie keines oder sehr viel weniger bilden müssen.

Auch wenn die Mastopathie unter dieser Therapie nicht weiter fortschreitet oder sich sogar zurückbildet, ist die weitere engmaschige Kontrolle mittels Mammografie und Ultraschall erforderlich, um die Entwicklung eines bösartigen Tumors nicht zu übersehen.

 

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Milchgangspapillom

Milchgangspapillome sind gutartige, von den Milchgängen der Brüste ausgehende zottenartige Wucherungen.

 

Symptome

Beim Milchgangspapillom spielt die Überproduktion des für die Milchbildung verantwortlichen Hormons Prolactin, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird, eine entscheidende Rolle.

Dies führt in aller Regel zu milchig-serösen oder blutigen Absonderungen aus den Brustwarzen (Galaktorrhö). Da die zugrunde liegende Störung in der übergeordneten Hirnanhangsdrüse liegt, tritt die Galaktorrhö bei Milchgangspapillomen immer beidseitig auf.

Diagnostik

Bei Verdacht auf ein Milchgangspapillom wird eine Röntgenkontrastdarstellung der Milchgänge (Galaktografie) durchgeführt, um den Tumor aufspüren zu können. Außerdem wird die milchig-seröse oder blutige Absonderung aus den Brustwarzen mikroskopisch auf bösartige (maligne) Zellen hin untersucht. Der Nachweis eines erhöhten Prolactinspiegels im Blut sichert gemeinsam mit den übrigen Befunden die Diagnose.

Therapie

Bei einem Milchgangspapillom mit sehr niedrigem Entartungsrisiko wird nur operiert, wenn die Tumoren groß sind und die Patientin die medikamentöse Behandlung der Galaktorrhö mit so genannten Prolactinhemmern ablehnt. Durch diese Medikamente wird die Produktion des Botenhormons Prolactin in der Hirnanhangsdrüse weit gehend unterdrückt, so dass die Absonderungen aus der Brustdrüse unterbleiben.

 

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Komplementäre Medizin

Eine naturheilkundliche Behandlung der gutartigen Tumore des Brustgewebes ist möglich, eine Begleitung der Fachärztin jedoch immer ratsam. Eine Selbstmedikation sollte auf jeden Fall nur nach Absprache mit ihr erfolgen. Das Vorliegen eines bösartigen Tumors muss sicher ausgeschlossen sein.

Phytotherapie

Im naturheilkundlichen Verständnis sind Zysten und Fibroadenome ein Versuch, Giftstoffe im Organismus in den Geschwülsten abzukapseln und damit vom Blutkreislauf fernzuhalten.

Entgiftende Maßnahmen stehen aus diesem Grund am Anfang der Therapie und parallel zu allen anderen Maßnahmen im Vordergrund.

Die Toxinausleitung wird durch geeignete Medikamente aktiviert. Begleitend werden täglich Tees aus Faulbaumrinde (Rhamni purshianae cortex), Artischockenblättern (Cynarae folium), Rhabarberwurzel (Rhei radix), Brennnesselkraut (Urticae herba), Brennnesselblättern (Urticae folium), Löwenzahn (Taraxaci radix cum herba) und Birkenblättern (Betulae folium) getrunken, möglichst 0,5 bis 1 Liter.

Danach ist es wichtig, dass die erneute Toxinbelastung so gering wie möglich gehalten wird.

Ernährungstherapie

Die Ernährung wird vollwertig gestaltet, tierische Eiweiße sollten eingespart werden. Auf Schweinefleisch ist wegen seiner möglicherweise tumorstimulierenden Bestandteile unbedingt zu verzichten. Der Genuss von Nikotin, Alkohol und Zucker sollte reduziert werden.

Homöopathie

Die klassische Homöopathie verfügt über zahlreiche Mittel für die Therapie von Brustgewebszysten.

Conium (Gefleckter Schierling), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D6, kann gegeben werden, wenn die Brust hart und schmerzhaft ist. Die Frau leidet unter einem stechenden Gefühl in der Brust und Spannungsgefühl vor der Regel.

Phytolacca (Kermesbeere), gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D3, lindert, wenn die Brust geschwollen, heiß und sehr schmerzhaft ist. Es besteht eine Neigung zu Mastitis mit Abszessen.

Pulsatilla (Wiesenküchenschelle), gebräuchliche Potenzierung: D1 bis D12, passt bei entzündeter, schmerzhaft geschwollener Brustdrüse mit phasenweise auftretenden Symptomen und wandernden Schmerzen. Die Patientin ist traurig und neigt zum Weinen.

Graphites (Reißblei), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D12, hilft gegen eine harte, knotige Verdickung der Brust mit Wundheit der Brustdrüsen.

Belladonna (Tollkirsche), gebräuchliche Potenzierung: D2 bis D6, passt für Frauen, deren Brüste rot, pochend und schwer sind und die im Liegen verstärkte Beschwerden haben.

 

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