Abnehmen mit System

Aktualisiert am: 18.07.2007

Gesund, gesünder, Doppeldoktor

Zurzeit erforscht Dr. David Fäh, welchen Einfluss der Lebensstil der Schweizer Bevölkerung auf deren Lebenserwartung hat. Konkrete Resultate kann der Präventivmediziner aus dem Projekt, das erst seit Jänner des Jahres läuft, noch nicht berichten. Nur soviel: Der Grad an gesunder Ernährung steigt mit dem Einkommen und der Bildung der Bevölkerung. "Wer sich bewusster ernährt, hat eine höhere Lebenserwartung", erzählt er im Interview mit Wecarelife.

Der Ernährungsphysiologe von der Universität Zürich verweist auf amerikanische Studien, die diesen Zusammenhang ebenfalls bestätigen. "Man hat zum Beispiel nachgewiesen, dass einer, der für den Nobelpreis nominiert wurde, aber keinen bekam, eine geringere Lebenserwartung hat als ein tatsächlicher Nobelpreisträger." Das geht auch Fäh zu weit, was für ihn aber fest steht ist, "dass es Unterschiede gibt zwischen einem Maturanten, einem Magister und einem Doktor und diese Unterschiede fast stufenlos messbar" seien. Nachsatz: "Höhergebildete rauchen weniger, machen mehr Bewegung, ernähren sich besser und haben die besseren Blutfett- und Blutzuckerwerte." Alles in allem führt dies zu einer gesteigerten Lebenserwartung, die Fäh zufolge im Bereich weniger Monate liegt. Nicht erforscht sei, ob "ein Mensch, der fitter ist, auf der Karriereleiter weiter nach oben gelangt, weil er gesünder ist", ergänzt er. Diesen Umkehrschluss hält der Mediziner für durchaus möglich.

Frucht statt Fruchtsaft

Die Fragen, die sich im Abnehm-Alltag stellen, sind freilich banaler: "Kann ich Fruchtsäfte trinken, denen kein Zucker zugesetzt ist?", zum Beispiel. "Nur in Maßen", rät Fäh, "denn sie haben ähnlich viel Kalorien wie Süßgetränke. In größeren Mengen genossen, wird Fruchtzucker in der Leber in Fett umgewandelt." Die nackten Tatsachen: "Hundert Milliliter Apfelsaft enthalten bis zu zwölf Gramm Zucker, etwa gleich viel wie Coca Cola." Die beste Unterstützung beim Abnehmen sei immer noch "viel klares Wasser". Eineinhalb bis zwei Liter sollten es täglich sein. 

Grundsätzlich nimmt man mehr Kalorien zu sich, wenn man Obst trinkt anstatt es zu essen. Von pürierten Früchten wie sie im Handel gerade beworben werden, und die angeblich die Hälfte des täglichen Vitaminbedarfs decken, rät Fäh ab: "In dem Moment, wo etwas verarbeitet wird, verliert es an Nährwert, und man wird weniger satt." Mittlerweile sei auch nachgewiesen, dass "zu viele Vitamine auch ungesund sind und sowohl Krebs- als auch Herz-/Kreislaufrisiko erhöhen können".

Die Faustregel, fünf Hundert-Gramm-Portionen Obst und Gemüse am Tag, bestätigt Dr. Fäh. Letzteres leiste einen noch wertvolleren Beitrag. "Gemüse hat weniger Zucker und enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die zwar nicht lebensnotwendig, aber gesundheitsfördernd sind", so Fäh.


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