Burnout
Aktualisiert am: 06.02.2009
Teil 1: Burnout: Der seelische Infarkt
Teil 2: Kinder unter Druck
Teil 3: Nicht alles ist ein Burnout
Teil 4: Konkrete Schritte
Teil 5: Links
Kinder unter Druck
Die Diagnose Burnout wurde lange Zeit nur für bestimmte Berufsfelder zugelassen, jüngere Personen galten nicht als Risikogruppe. Dass auch Schulkinder vom Burnout-Syndrom betroffen sein könnten, wurde bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Doch ist es eine Tatsache, dass Kinder als Teil unserer leistungsorientierten Gesellschaft ebenfalls immer mehr unter Druck geraten. Kinder werden mit Aktivitäten überhäuft, die einer strengen Organisation bedürfen. Schule, Hausaufgaben, Musikstunden, Ballettstunden, Reitunterricht, Judokurs, alles muss unter einen Hut gebracht werden. Zu diesem Schul- und Freizeitstress kommen oftmals die sehr hohen Erwartungen der Eltern an die Leistungsfähigkeit ihrer Kinder.
Dr. Leonhard Thun-Hohenstein, Oberarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Christian-Doppler-Klinik, spricht weniger von einem kindlichen Burnout als von Überforderungssymptomen, die sich in Form einer unspezifischen Stresssymptomatik wie Hektik oder Zerfahrenheit, Erschöpfung, körperlichen Symptomen (Bauchschmerzen) oder aber auch sozialem Rückzug äußern können. "Möglicherweise schützt die noch nicht abgeschlossene Entwicklung des Gehirns die Entstehung eines Burnouts, da eine Bedingung dieser Erkrankung die Reflexion über die eigene Situation in einer sehr bestimmten Manier erfordert, die bei Kindern noch nicht entwickelt ist und frühestens ab dem Jugendalter beobachtbar ist", erklärt Thun-Hohenstein. Noch gibt es keine standardgemäßen Kriterien für ein Burnout bei Kindern, so Thun-Hohenstein. Folglich existieren auch keine dementsprechenden Studien.
Leistung als Kind, Burnout als Erwachsener?
Ehrgeiz, übermäßiges Engagement sowie ein Hang zum Perfektionismus sind typische Merkmale einer Burnout-Persönlichkeit. Diese Menschen definieren sich beinahe ausschließlich über ihre Leistung und leben nach dem Grundsatz: Nur wenn ich arbeite, bin ich etwas wert. Der Grundstein für diese Einstellung wird oftmals schon in der Kindheit gelegt. Schulkinder, die sehr leistungsbewusst aufwachsen und sich ihre Wertschätzung über die eigene Leistung zu holen gewohnt sind, setzen dieses Prinzip auch im Erwachsenen- bzw. Berufsleben fort. Sie sind damit in einem wesentlich höheren Ausmaß gefährdet, in ein Burnout zu geraten, da sie ohne Rücksicht auf die eigene Leistungsfähigkeit arbeiten und auch ihre persönlichen Grenzen nicht kennen.
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Bestimmt stimmen alle Punkte, doch gar nicht berücksichtigt wurde die bisher genossene(?) Erziehung. Unsere Eltern wollten bestimmt nur das beste für uns Kinder, herausgekommen ist aber sehr oft dann das Schlechteste.
Über jahrzehntelange, anerzogene Verhaltensmuster führen uns ja direkt in dieses Burnout, in die Depression!!! (Du wirst nur dann geliebt, wenn du brav und fleißig bist! Du zählst nur dann etwas, wenn du in der Schule gute Noten hast! Du bist ja der Große, der Brave, der Rücksichtsvolle, der für jede(n) und für alle(s) Verständnis haben muß! Du musst einem Idealbild entsprechen! usw.).
Und wir werden ja schon im Kindesalter dahingehend erzogen (nicht nur von unseren Eltern, sondern auch von der Politik und der Wirtschaft), uns über Leistung zu definieren und dann wundern sich Therapeuten dass so viele Menschen in dieses Krankheitsbild verfallen!!
Nach dieser abgeschlossenen Erziehung übernimmt dann unsere Gesellschaft (Arbeitgeber, Politik, Wirtschaft) die weitere Aufgabe, uns mit noch mehr Druck und Dreck zu beladen.
Es wird uns ja an allen Ecken und Enden eingeredet, dass wir alle nur mehr jung, schön und dynamisch sein müssen, damit wir erfolgreich sein können. Es geht nur mehr um höher, schneller, stärker und das um jeden Preis.
Sie wissen genau wie das ist, wenn Ihnen permanent etwas eingeredet wird. Irgendwann einmal glaubt man daran.
Und jetzt sehen Sie wohin dieses ständige höher, schneller, stärker führt. Es führt nicht nur dazu, dass viel zu viele Menschen über ihre Grenzen katapultiert worden sind, sondern u. a. auch dazu, dass diese ach so tollen Banken jetzt bittend und flehentlich zu Vater Staat rennen müssen und um finanzielle Hilfe bitten, damit sie überleben können. Was ist denn das für ein Schwachsinn?
Gar so viele Menschen lassen mit sich so vieles machen, lassen sich so vieles gefallen, weil sie alle Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Ist ja auch klar, es muß die Familie erhalten werden, die Ausbildung der Kinder, das Haus, die Wohnung, das Auto und und und.
Dann "hängt" man sich eben noch mehr rein in seine Arbeit! Ist doch vollkommen klar!
Freilich gehören auch Menschen dazu, die das alles mit sich machen lassen, aber wenn jemand, so wie hier in Ihrem Artikel, die Schuld ausschließlich, bei jedem einzelnen sucht, der an sich selbst hohe Anforderungen stellt, der idealistisch veranlagt ist, der sich besonders engagiert, der hat sich mit dieser Thematik wohl ganz eindeutig zu wenig beschäftigt.
Es gäbe zu diesem Thema noch unerschöpfliches zu sagen und zu schreiben.
Für den Fall, dass dieser Kommentar gelesen werden sollte, schauen Sie, wenn Sie Zeit, Lust und Liebe haben, auf folgende Homepage:
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