Burnout

Aktualisiert am: 06.02.2009

Nicht alles ist ein Burnout

Burnout ist ein Krankheitsmodell, in dem sich immer mehr Menschen wieder finden und mit dessen Hilfe ihr Unwohlsein erklären. Doch nicht immer bedeuten Erschöpfung und Lustlosigkeit ein Burnout. "Wenn eine Krankheit in einer Zeitung beschrieben ist, fragen sich natürlich viele, ob sie nicht vielleicht auch daran leiden. Die Selbstdiagnosen sind jedoch vielfach falsch und gar nicht so ungefährlich. Die Identifikation, auch die mit einer Erkrankung, ist eine starke Macht. Einbildung kann krank machen. Also ist es sinnvoll, im Zweifel den Vertrauensarzt zu Rate zu ziehen", sagt Lehofer. Die Frage, ob jemand von einem Burnout betroffen ist oder nicht, ist somit schwer zu beantworten, wie auch das Forschungsfeld des Syndroms nach wie vor umstritten ist und weiterer exakter Erhebungen und Studien bedarf.

Grundsätzlich versteht man unter Burnout eine körperliche, seelische und geistige Schwächung infolge von (meist beruflicher) Fehlbelastung, wobei sich die Betroffenen von der Umwelt nicht entsprechend gewürdigt fühlen. Es kann sich dabei um Überforderung, aber auch um Unterforderung handeln.

Ein Burnout kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

  • Energiemangel, gepaart mit fast permanenter Müdigkeit und der Unfähigkeit, alltägliche Aufgaben zu bewältigen.
  • Sozialer Rückzug und schwindendes Interesse an Beziehungen, vor allem mit bisher engen Bekannten und Freunden
  • Langeweile und Zweifel am Sinn von Beziehungen
  • Ungeduld und Reizbarkeit, da die bisher leicht erledigten Aufgaben nun immer schwerer fallen
  • Falsche Einschätzung der eigenen Unersetzbarkeit
  • Gefühle von Abgelehntwerden, da die nötigen erhöhten Anstrengungen für alltägliche Aufgaben von der Umwelt nicht entsprechend gewürdigt werden
  • Veränderung der Arbeitsgewohnheiten; da die Arbeit schwerer fällt, sinken Entscheidungsfreude und Motivation weiter ab
  • Psychosomatische Störungen

In schweren Fällen können auch Verfolgungsängste, Depressionen und Selbstmordgedanken auftreten.

Quelle: Initiative "Der österreichische Patient"


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maxerl ARTIKEL KOMMENTIEREN
Zu diesem Artikel gibt es 2 Kommentar(e).
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Burnout  von Oleander (Gast)
15:37 05.03.2009
Ich kenne immer mehr Leute, die an Burnout erkranken. Dabei arbeiten wir ja nicht mehr, als die Leute früher. Vielleicht liegt's an den höheren Erwartungen am Leben?
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striche
Burnout  von g.huber60&gmx.at (Gast)
18:45 03.03.2009
Gratulation zu diesem Artikel, kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.

Bestimmt stimmen alle Punkte, doch gar nicht berücksichtigt wurde die bisher genossene(?) Erziehung. Unsere Eltern wollten bestimmt nur das beste für uns Kinder, herausgekommen ist aber sehr oft dann das Schlechteste.

Über jahrzehntelange, anerzogene Verhaltensmuster führen uns ja direkt in dieses Burnout, in die Depression!!! (Du wirst nur dann geliebt, wenn du brav und fleißig bist! Du zählst nur dann etwas, wenn du in der Schule gute Noten hast! Du bist ja der Große, der Brave, der Rücksichtsvolle, der für jede(n) und für alle(s) Verständnis haben muß! Du musst einem Idealbild entsprechen! usw.).

Und wir werden ja schon im Kindesalter dahingehend erzogen (nicht nur von unseren Eltern, sondern auch von der Politik und der Wirtschaft), uns über Leistung zu definieren und dann wundern sich Therapeuten dass so viele Menschen in dieses Krankheitsbild verfallen!!

Nach dieser abgeschlossenen Erziehung übernimmt dann unsere Gesellschaft (Arbeitgeber, Politik, Wirtschaft) die weitere Aufgabe, uns mit noch mehr Druck und Dreck zu beladen.

Es wird uns ja an allen Ecken und Enden eingeredet, dass wir alle nur mehr jung, schön und dynamisch sein müssen, damit wir erfolgreich sein können. Es geht nur mehr um höher, schneller, stärker und das um jeden Preis.

Sie wissen genau wie das ist, wenn Ihnen permanent etwas eingeredet wird. Irgendwann einmal glaubt man daran.

Und jetzt sehen Sie wohin dieses ständige höher, schneller, stärker führt. Es führt nicht nur dazu, dass viel zu viele Menschen über ihre Grenzen katapultiert worden sind, sondern u. a. auch dazu, dass diese ach so tollen Banken jetzt bittend und flehentlich zu Vater Staat rennen müssen und um finanzielle Hilfe bitten, damit sie überleben können. Was ist denn das für ein Schwachsinn?

Gar so viele Menschen lassen mit sich so vieles machen, lassen sich so vieles gefallen, weil sie alle Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Ist ja auch klar, es muß die Familie erhalten werden, die Ausbildung der Kinder, das Haus, die Wohnung, das Auto und und und.
Dann "hängt" man sich eben noch mehr rein in seine Arbeit! Ist doch vollkommen klar!

Freilich gehören auch Menschen dazu, die das alles mit sich machen lassen, aber wenn jemand, so wie hier in Ihrem Artikel, die Schuld ausschließlich, bei jedem einzelnen sucht, der an sich selbst hohe Anforderungen stellt, der idealistisch veranlagt ist, der sich besonders engagiert, der hat sich mit dieser Thematik wohl ganz eindeutig zu wenig beschäftigt.

Es gäbe zu diesem Thema noch unerschöpfliches zu sagen und zu schreiben.

Für den Fall, dass dieser Kommentar gelesen werden sollte, schauen Sie, wenn Sie Zeit, Lust und Liebe haben, auf folgende Homepage:
www.burnout-depressionen-fluch-oder-segen.at

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