Fußschäden

© Fotolia/Ken Hurst
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 02.11.2010
Kranke Füße vermeiden
Falsches Schuhwerk und fehlende Pflege sind Gift für unsere Füße. Fußschäden aller Art, die von unangenehm bis sehr schmerzhaft reichen, können die Folge sein. Besonders oft betrifft es Trägerinnen von Stöckelschuhen, die neben Fußerkrankungen auch Haltungsschäden riskieren.
Im Märchen von Aschenputtel schneidet sich eine der bösen Schwestern eine Zehe ab, um in den Schuh, der die Liebe des Prinzen verheißt, zu passen. Der Vergleich mag zwar weit hergeholt sein, aber bei Schuhen gilt allzu oft: Wer schön sein will (einen schöneren und schlankeren Fuß haben möchte), muss leiden (hohe Absätze tragen). Schuhe müssen aber nicht hoch sein, um zu Fußschäden zu führen. Manchmal reichen schon enge, flache Schuhe oder falsch gepflegte Fußnägel. Auch zu große Schuhe bergen ein Risiko, da der Fuß keinen Halt findet, nicht richtig abrollt und so die Zehen gestaucht werden.
High Heels als Fußkiller
Nicht umsonst haben Stöckelschuhe über zehn Zentimeter den Beinamen Killerheels. Es gibt aber genügend Frauen, die sich in hohen Absätzen wohl fühlen und keine Beschwerden haben. Noch nicht, denn Fußschäden entwickeln sich über Jahre und drohen, wenn Stöckelschuhe zum Alltagsoutfit gehören. Je höher der Schuh, desto mehr Druck wird auf den Vorfuß ausgeübt. Dadurch spreizen sich die Mittelfußknochen, ein Spreizfuß entsteht. Durch Stöckelschuhe verändert sich auch die Haltung, da sich der Körperschwerpunkt verschiebt. Es entsteht ein Hohlkreuz, die Wirbelsäule leidet, da sich die natürliche Position der Gelenke ändert. Und nicht zuletzt bergen dünne Absätze ein erhöhtes Verletzungsrisiko durch Sturzgefahr. Für manche Trägerinnen von hohen Absätzen gibt es keinen Weg zurück, da sich die Wadenmuskulatur verkürzt und die Achillessehne versteift hat. Dann wird sogar das Tragen von flachen Schuhen schmerzhaft. Entgegenwirken lässt sich mit regelmäßigen Dehnübungen nach dem Tragen von Stöckelschuhen.
Wenn der Schuh drückt...
Zu enge Schuhe oder eine falsche Pediküre führen zu Veränderungen des Fußnagels. Meistens ist die große Zehe betroffen und der Nagel zu kurz und/oder zu rund abgeschnitten. Dann kommt es zum Hineinwachsen in den Nagelwall. Hier heißt es schnell entgegenwirken mit der richtigen Fußpflege – entweder selbst oder beim Profi. Entzündet sich nämlich ein stark eingewachsener Nagel hilft nur mehr eine Operation, bei der das Nagelbett verkleinert wird. Für einige Wochen ist zudem die Mobilität eingeschränkt und auch kein Sport, bei dem die Füße eine Rolle spielen, möglich.
Wie wehrt sich die Haut an den Füßen gegen Druck? Die Antwort ist mit Hornhautbildung. Hühneraugen sind solche Verhornungen, die bei zu engem Schuhwerk entstehen. Die Druckstellen schmerzen oft, sind aber mit Pflastern, die das Hühnerauge aufweichen und vom Hautuntergrund ablösen, relativ leicht selbst zu behandeln. Funktioniert das nicht, lohnt es sich, die Hilfe eines Dermatologen anzunehmen.
Unschöner Ballenzeh: Hallux valgus
Wenn die große Zehe aufgrund von zu hohen oder engen Schuhen auf die zweite drückt, führt das zu einer Vergrößerung des Ballens der Großzehe, einem Hallux valgus. Das ist die häufigste Fehlstellung des Vorfußes und kann auch ererbt sein, also auch bei richtigem Schuhwerk entstehen. Die Großzehe kann sogar nach und nach unter die zweite Zehe wandern, der Ballen wandert dann nach außen. Im frühen Stadium helfen orthopädische Einlagen oder eine Hallux-Schiene, die in der Nacht angelegt wird. Besonders die Kombination aus Bindegewebsschwäche (wegen Schwangerschaft, Anlage oder Alter), falschen Schuhen und schwacher Muskulatur überfordert das Quergewölbe des Fußes und lässt einen Hallux gedeihen. Wenn sich die Zehe nicht mehr bewegen lässt, weil die Sehnen erstarrt sind, heißt es handeln.
Im fortgeschrittenen Stadium sind Entzündungen oder Schmerzen die Folge und eine Operation – es gibt viele verschiedene Methoden – fast unvermeidbar. Die Fehlstellung kann auch zu Knorpelabnutzung und Arthrose führen. So genannte Hammer-, Krallen- oder Klauenzehen treten oft gemeinsam mit einem Hallux valgus auf. Der Zeh ist dabei verkrümmt. Aufhalten lässt sich diese Deformation, die auch durch zu enge Schuhe entsteht, mit Hilfe von Schienen oder durch einen operativen Eingriff.
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