Lustlosigkeit
Aktualisiert am: 14.03.2007
Teil 1: Kleinlaut ist's im Schlafzimmer
Teil 2: Lustkiller und Rollenbilder
Teil 3: Spiegel der Beziehung
Teil 4: Bausteine der Liebe
Teil 5: Links zum Thema
Kleinlaut ist's im Schlafzimmer
Sex sells. Sex ist allgegenwärtig: Auf den Plakatwänden, in den Musikvideos, im Internet. Die perfekten Vorbilder der multimedialen Welt steigern den Erwartungsdruck. Zuviel Druck hat Folgen: Und gar nicht selten sinkt die Motivation, der Lust zu erliegen, auf Null.
Im Schnitt hüpften die ÖsterreicherInnen im Vorjahr 105-mal in die Betten, auf den Küchentisch oder wohin sie es sonst noch so trieb. Das berichtet der letzte Durex-Report, den der Gesundheitskonzern SSL International alljährlich global und lokal herausgibt.
Hinter dem sachlichen Mittelwert versteckt sich eine (mitunter traurige) Wahrheit. 105-mal Sex heißt umgerechnet zweimal wöchentlich – jede Woche im Jahr! Man ziehe im Kopf kurz die Stehzeiten als Single (im ureigensten Sinn des Wortes) und die Leerläufe in längeren Partnerschaften ab, und schon müssten es die einen jeden Tag mehrmals treiben, damit die anderen auf diesen gar nicht so schlechten Schnitt kommen. Die GriechInnen, KroatInnen und SerbInnen waren übrigens in der Vergangenheit mit über 130-mal noch deutlich aktiver.
Sex im Kopf
Noch mehr als im wirklichen Leben, spielt sich Sex in den Köpfen ab: "Ein Viertel der österreichischen Männer verspürt drei- bis viermal täglich Lust auf die wichtigste Nebensache der Welt. 35 Prozent der Frauen denken zumindest einmal am Tag daran." So steht's zumindest in der Studie des Kondomherstellers. Doch was im Kopf ist, müssen die Lenden noch lange nicht in die Tat umsetzen (wollen).
"Lustlosigkeit ist sicherlich ein Phänomen der Zeit und hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten massiv zugenommen", konstatiert Sexualtherapeut und Analytiker Herbert Antonu im Interview mit Wecarelife. Nachsatz: "Wir haben den Zenit noch nicht erreicht." Die Frage sei natürlich, wo Lustlosigkeit beginne: "Bezieht sie sich auf die eigene PartnerIn? Betrifft die Lustlosigkeit nur Sex oder generell Zärtlichkeit und Intimität mit dem Partner? Oder weckt auch niemand sonst mein Interesse? Langweilen mich die Stellungen, die beim Sex praktiziert werden? Will ich mich nicht einmal mehr selbst befriedigen?" Die Grenzen sind fließend.
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