Lustlosigkeit
Aktualisiert am: 05.03.2007
Teil 1: Kleinlaut ist's im Schlafzimmer
Teil 2: Lustkiller und Rollenbilder
Teil 3: Spiegel der Beziehung
Teil 4: Bausteine der Liebe
Teil 5: Links zum Thema
Lustkiller und Rollenbilder
Im computerisierten Tutorial zur ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) definieren Malchow/Kanitz/Dilling die Störung der sexuellen Appetenz als einen Mangel oder das Fehlen sexueller Phantasien oder Bedürfnisse. Appetenz- oder Libidomangel schließt sexuelle Erregung oder Befriedigung nicht aus, hat aber zur Folge, dass sexuelle Aktivitäten seltener initiiert werden. Erektionsstörungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder andere physisch bedingte sexuelle Schwierigkeiten sind damit explizit nicht gemeint.
Laut eines Berichts von Profamilia betrifft Appetenz- oder Libidomangel etwa 30 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren. Die deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung geht in ihrer Untersuchung "Lustwandel – Sexuelle Probleme in der Partnerschaft" weiters davon aus, dass je nach untersuchter Altersgruppe 14 bis 17 Prozent der Männer lustlos sind.
Wer ist der Mann?
Die Lustkiller sind mannigfaltig: Dauerstress und Doppelbelastung lassen die wichtigste zur unwichtigsten Nebensache mutieren. Der Leistungsgedanke der westlichen Gesellschaft und die perfekten, nie erreichbaren Vorbilder aus Werbung und Medien drücken auf die Leichtigkeit, die guten Sex ausmacht. Psychopharmaka, der Konsum von Suchtmitteln über längere Zeit oder hohe Alkoholdosen wirken sich ebenfalls negativ aus.
Gründe, warum Appetenzmangel zunimmt, sieht Sexualtherapeut Herbert Antonu aber auch in der Emanzipation der Frau und in den unklar gewordenen Rollenbildern. "Durch die veränderten Familienverhältnisse, die emotionale, zeitliche oder örtliche Abwesenheit eines Elternteils oder das Fehlen von Kontinuität in der Beziehung speziell in den ersten sieben Lebensjahren eines Kindes verschwimmen die archetypischen Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit", sagt der vierfache Vater. "Ungesunde Streit- bzw. Konfliktkultur zwischen den Elternteilen wirkt sich ebenfalls negativ aus." Disharmonie führe dazu, dass sich Frauen und Männer in ihrem entwickelten Geschlechtsrollenverständnis nicht mehr so sicher fühlen. Antonu zufolge haben sie das Gefühl, "in bestimmten sexuellen Beziehungen besonders potent sein zu müssen. Was sich freilich auch in der Sexualität ausdrückt."
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und da ich mich schon in einem anderen problem hier auf der seite kommentiert habe passt das eine nicht zum anderen
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