Reiseimpfungen

Autorin: Ulrike Springer

Aktualisiert am: 31.05.2010

Schutz vor unliebsamen "Reisesouvenirs"

Reisende sollte man bekanntlich nicht aufhalten. Aber daran erinnern, den aktuellen Impfschutz zu überprüfen! Nicht nur bei Fernreisen, sondern auch bei einem anstehenden Urlaub in Mittelmeerländern sollten Sie rechtzeitig alle empfohlenen Impfungen auffrischen!

Es lohnt sich, jedes Jahr im Rahmen der Reisevorbereitungen den Impfpass zu kontrollieren. Denn auch wenn Krankheiten wie Kinderlähmung bei uns nicht mehr vorkommen und daher von vielen Menschen unterschätzt werden, handelt es sich dabei um eine lebensbedrohliche Krankheit, die in beliebten Urlaubsdestinationen, etwa in Asien, noch vorkommt. Impfungen gehören noch immer zu den effektivsten Vorbeugemaßnahmen, sich vor diesen Erkrankungen wirkungsvoll zu schützen.

Richtiger Zeitpunkt

Der ideale Zeitpunkt für den Beginn des Impfprogramms ist etwa vier bis sechs Wochen vor Reiseantritt. Denn falls eine Impfreaktion auftreten sollte – etwa eine Rötung und das Anschwellen der Einstichstelle, eine allergische Reaktion auf bestimmte Bestandteile des Impfstoffes oder Fieber – ist bis zum Urlaub sicher alles ausgestanden. Auch wenn Impfreaktionen äußerst selten und in den meisten Fällen harmlos und wenig beschwerlich sind, hat wohl niemand Lust, die ersten Urlaubstage im Hotelzimmer zu verbringen anstatt die Sonne am Strand zu genießen. Für den Fall von "Last minute"-Reisen können auch noch wenige Tage vor der Abreise Impfungen durchgeführt werden, falls es in der Vergangenheit nie zu Impfreaktionen gekommen ist.

Basisschutz

Daher sollte unabhängig vom Reiseziel als "Basisisprogramm" überprüft werden, ob die auch in Österreich allgemein empfohlenen Schutzimpfungen aufzufrischen sind. Den aktuellen Impfplan 2010 kann man sich auf der Website des Gesundheitsministeriums www.bmg.gv.at downloaden. Die wichtigsten sind Tetanus (Wundstarrkrampf), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Pertussis (Keuchhusten) und Diphterie. Als weitere generell empfohlene Reiseimpfungen – vor allem in sozioökonomisch unterentwickelten Ländern – gelten Typhus, Hepatitis A und B.

Ältere Menschen und Kinder

Ältere Personen, Kinder und Menschen mit chronischen Krankheiten sollten auch auf die so genannte echte Grippe (Influenza) nicht vergessen, eventuell in Kombination mit einer Impfung gegen Lungenentzündung. Eine FSME-Impfung, die vor der gefährlichen Frühsommermeningitis schützt, ist nicht nur in einigen Regionen in Österreich, sondern auch in vielen anderen Ländern Europas, aber auch Asiens sinnvoll.

Fernreisen

Je exotischer das Reiseziel ist, desto wichtiger ist es, genaue Informationen über das Urlaubsland die geplante Reiseroute einzuholen. In einigen wenigen Ländern sind bestimmte Impfungen für die Einreise zwingend vorgeschrieben, nämlich dann, wenn sich das Land dadurch vor Einschleppung und Verbreitung von Infektionskrankheiten schützen will. Dies betrifft aber heute nur mehr die Gelbfieber-Impfung und die Meningokokken Meningitis-Impfung, die etwa in Saudi-Arabien vorgeschrieben ist.

Reisestil

Auch der Reisestil ist dabei zu berücksichtigen, denn es ist ein Unterschied, ob man einen Badeurlaub, eine Rucksacktour oder eine Safari plant. Nicht jeder, der nach Afrika reist, muss wochenlang Tabletten gegen Malaria einnehmen. Die von der Anopheles-Mücke übertragene Erkrankung ist allerdings weltweit im Vormarsch. Leider nehmen auch die Resistenzen zu, sodass eine Beratung anhand der geplanten Reiseroute notwendig ist. Ärzte, die auf Tropenmedizin spezialisiert sind (siehe Links), verschreiben Ihnen je nach Notwendigkeit das richtige Medikament.


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