Rosé im Trend
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 10.09.2008
Weinkenner sehen rosarot
Früher rümpften Weinkenner beim Anblick von Rosé die Nase. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch die Qualität stark verbessert. Der Rosé hat sein schlechtes Image abgelegt und sich zu einem neuen Trendgetränk entwickelt.
Rosé wurde früher von Weinkennern verachtet. Er galt als Wein für Ahnungslose. In den letzten Jahren hat er sich jedoch schön langsam zu einem echten Trendgetränk entwickelt. Weil endlich auch bei Roséweinen gute Qualität angeboten wird. Bei den Weinen geht die Entwicklung allgemein zu frischen, fruchtigen Sorten. Damit erfreut sich auch der Rosé – jahrelang ein Stiefkind der heimischen Weinwirtschaft – steigender Beliebtheit. Sowohl bei Winzern als auch bei Weinliebhabern.
Steigende Produktion
Das Österreichische Weinmarketingservice gibt an, dass die Produktionsmenge von Rosé in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Im Burgenland beispielsweise wurden 2006 noch 133.000 Liter Rosé produziert. Im Jahr 2007 waren es bereits 155.000 Liter. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent. Der bekannteste Rosé Österreichs ist noch immer der weststeirische Schilcher, der aus der Rebsorte "Blauer Wildbacher" hergestellt wird. International gilt Frankreich als bekanntester Roséproduzent.
Immer mehr Winzer versuchen sich auch an Schaumweinen und Sekt in Rosarot. Ein heimisches Beispiel ist der Brut Rosé vom bekannten Weingut Bründlmayer. Aber prickelnder Rosé ist keine neue Erfindung, sondern hat bereits eine lange Tradition. Der älteste Roséchampagner der Welt ist der Veuve Clicquot Rosé. Dieser wird bereits seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert hergestellt und zählt zu den edelsten Champagnern der Welt.
Kein billiger Mischmasch
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist übrigens, dass es sich bei Roséwein um einen Mischmasch aus Rot- und Weißwein handelt. Für Rosé werden ausschließlich rote Trauben verwendet, die jedoch nur kurz in der Maische gären und wie bei der Weißweinproduktion schnell abgepresst werden. Die zartrosa Färbung erhält der Rosé, weil sich in der kurzen Zeit nur ein geringer Teil der Farbe aus den Traubenschalen lösen kann.
Einzig bei der Herstellung von Schaumweinen ist Mischen erlaubt: Beim Rosé-Champagner darf der weiße Wein offiziell mit Rotwein gefärbt werden. Natürlich nicht bei so edlen Sorten wie dem traditionsreichen Veuve Clicquot Rosé.
Warum Roséwein in der Vergangenheit so einen schlechten Ruf hatte, hängt damit zusammen, dass dieser oft aus jener Traubenlese gewonnen wurde, die für Rotwein nicht mehr gut genug war. Die Qualität der Roséweine hat sich in den vergangen Jahren jedoch stark verbessert.
Anpassungsfähiger Begleiter
Rosé wird heute in zwei Stilistiken angeboten – als leichter, frisch-fruchtiger Wein sowie als kräftiger Wein mit dunklerer Farbe (internationale Stilistik). Er eignet sich als Aperitif und ist ein idealer Speisenbegleiter. Speziell leichte Vorspeisen, Salate, Fischgerichte und Gegrilltes aller Art harmonieren hervorragend mit rosafarbenem Wein.
Getrunken wird der Rosé übrigens nicht ganz so kalt wie üblicherweise der Weißwein. Roséweine vertragen – ebenso wie gehaltvollere Weißweine à la Chardonnay oder Pinot grigio – eine Temperatur von zehn bis zwölf Grad.
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