Skibindungen
Aktualisiert am: 10.01.2011
Erst Bindung einstellen, dann auf die Piste
Für viele Wintersportler heißt es in der Winterzeit: Ski anschnallen und ab auf die Piste! Doch wer Ski und Snowboard erst vor der Abfahrt aus dem Keller holt, ist zu spät dran. Ein Fachmann sollte die Skibindungen vorab überprüfen.
Rund neun Millionen Wintersportler zieht es jedes Jahr in die Berge. Bevor sich Wintersportler ihre Ski anschnallen, sollten sie aber das Material vom Fachmann kontrollieren lassen. Vor allem die Einstellung der Ski- und Snowboard-Bindung muss technisch überprüft und jährlich angepasst werden. "Nur wenn die Bindung richtig eingestellt ist, kann sie im Ernstfall rechtzeitig auslösen und so die Verletzungsschwere reduzieren", so Anton Dunzendorfer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).
Bindungen individuell einstellen
Die Skibindung wird bei Belastungen in bestimmte Richtungen gelöst und gibt bei Stürzen die Verbindung zwischen Ski und Skischuh frei. Viele schwere Verletzungen aus typischen Sturzsituationen wie komplizierte Unterschenkelbrüche können so verhindert oder gemildert werden. "Die beste Bindung hilft nichts, wenn sie nicht richtig auf die individuelle Konstitution eingestellt ist. Körpergröße, Gewicht, Alter des Skifahrers, Schuhsohlenlänge und Skifahrertyp sind jene Faktoren, die vom Fachmann bei der Bindungseinstellung berücksichtigt werden", sagt Dunzendorfer. Bei Kindern bis zehn Jahren wird die Bindung leichter eingestellt, damit sie sich bei falschen Bewegungen schnell löst. Auch bei Personen ab 50 Jahren wird die Bindung so eingestellt, dass sie bei Belastungen früher auslöst, da sich in diesem Alter die Knochenstruktur ändert und Brüche leichter passieren als in jungen Jahren.
Bindungseinstellungen müssen laut ÖNORM ISO 11088 verpflichtend mit einem elektronischen Drehmomentmessgerät überprüft werden. Dieses Gerät simuliert einen Sturz und misst die Drehkräfte, die zwischen Schuh und Ski wirken. Dadurch kann die Bindung optimal für den einzelnen Schifahrer eingestellt werden. "Die technische Bindungseinstellung kostet wenig, trägt aber viel zur Sicherheit auf der Piste bei. Sie sollte wie Pickerl-Überprüfung und Service für Autofahrer ein jährlicher Fixpunkt für Skifahrer sein", sagt Dunzendorfer.
Auch Snowboard-Bindungen überprüfen
Wie für Skifahrer gilt auch für Snowboarder: Sicher den Hang hinunter kommt nur, wer sein Material zeitgerecht überprüfen lässt. Snowboard und darauf montierte Bindung müssen vor dem Start auf die Piste vom Profi kontrolliert und in Schuss gebracht werden. Wichtig ist, dass die richtige Fußstellung eingestellt, die Bindung mit Fangriemen versehen und fest an das Brett verschraubt ist. "Am besten lassen auch Snowboarder ihr Board einmal jährlich vom Fachmann überprüfen und richtig einstellen. Nur dann kann die Kraft optimal auf die Kanten übertragen werden", betont Dunzendorfer.
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