Valentinstagsbräuche

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Autorin: Ulrike Springer
Aktualisiert am: 30.01.2012
Woher kommt der Valentinstag?
Zyniker bezeichnen ihn gerne als den Feiertag der Floristen. Doch eine Erfindung der Blumenhändler ist der Valentinstag keineswegs. Seine Tradition reicht zurück bis in die römische Antike, die katholische Kirche steuerte den Märtyrer Valentinus als Namenspatron bei und der Brauch, Gedichte und Blumen zu schicken, entstand im 14. Jahrhundert in England.
Im Prinzip verhält es sich beim Valentinstag wie mit den meisten Feiertagen, die wir heute kennen: Ein ursprünglich heidnischer Brauch der Antike wird im Mittelalter christianisiert, später verweltlicht und im 20. Jahrhundert schließlich kommerzialisiert - denken Sie bloß an Ostern, Weihnachten und andere christliche Feste, die ein ähnliches Schicksal erlitten.
Ursprung: heidnisches Brauchtum
Im Falle des Valentinstags handelt es sich bei dem heidnischen Brauchtum vermutlich um die Lupercalien, ein Reinigungs- und Fruchtbarkeitsfest zu Ehren des römischen Herdengottes Faunus, der den Beinamen Lupercus (Wolfsabwehrer) trug und das Mitte Februar gefeiert wurde. Zu Beginn ein weniger romantisches Ereignis, bei dem Tieropfer gebracht wurden, sollen später bei diesem Fest Männlein und Weiblein mittels einer Art Liebeslotterie unter Amors Schutzherrschaft miteinander verkuppelt worden sein. So weit, so gut. Mit der Identifizierung des "echten" heiligen Valentins wird es kompliziert: Denn der offizielle Kirchenkalender vermerkt am 14. Februar heute keinen Gedenktag für einen heiligen Valentin mehr. Zwar wurde seit dem Altertum der heilige Valentinus als Märtyrer in Rom und als Bischof in Terni verehrt, die Quellenlager ist jedoch mehr als unsicher. Der Kölner Theologe Manfred Becker-Huberti kommt auf mindestens drei Personen dieses Namens, die für den Schutzheiligen in Frage kommen.
Schutzheiliger der Liebenden: Valentin von Terni
Doch der Bischof von Terni, einer italienischen Kleinstadt im heutigen Umbrien, hat die passendste Biografie zu bieten und wird daher wohl am häufigsten als der "echte" heilige Valentin bezeichnet: Laut dem Theologen Prof. Dr. Josef Kurz sollen jene jungen Leute zu Valentinus gegangen sein, die sich nicht der Willkür einer Liebeslotterie ausliefern, sondern die Partner wählen und heiraten wollten, die sie liebten. Noch dazu soll Bischof Valentin ein begeisterter Gärtner gewesen sein, der verliebten jungen Menschen, die an seinen Klostergärten vorbeigingen, Blumen schenkte. Vor seiner von Kaiser Claudius angeordneten Enthauptung am 14. Februar 269, soll der Märtyrer der Tochter seines Gefängniswärters einen Liebesbrief geschrieben haben. Und überdies soll sich Valentin stets für Liebende eingesetzt haben, indem er etwa mit uneinsichtigen Angehörigen sprach, die der Eheschließung zweier Liebender die Zustimmung verweigerten.
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