Sturmzeit

Autorin: Mag. Petra Stix

Aktualisiert am: 09.09.2011

Sturm: die prickelndste Versuchung des Herbstes

Kaum hat die alljährliche Weinlese begonnen, warten schon wieder alle sehnsüchtigst auf den ersten Sturm (in Deutschland auch Federweißer oder Federroter genannt). Das prickelnde Getränk ist der ideale Begleiter zu den kräftigen Speisen der Herbstzeit und sorgt für Stimmung in den heimischen Buschenschanken.

Am Anfang war der Most. Doch Most ist nicht gleich Most. Wer im niederösterreichischen Mostviertel, in Oberösterreich oder in Kärnten ein Glas Most bestellt, bekommt nicht dasselbe Getränk serviert wie etwa beim Heurigen in und um Wien. So manchem Wiener, Weinviertler oder Burgenländer hat es beim ersten kräftigen Schluck beim Mühlviertler Mostheurigen schon die Sprache verschlagen. Erwartet hat er süßen, unvergorenen Traubensaft, bekommen hat er jedoch stark alkoholischen Apfelwein. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte immer süß oder sauer dazu sagen. Nur so können unliebsame Überraschungen vermieden werden.

Sturm ist weder Most noch Wein

Durch seinen hohen Hefegehalt beginnt Traubenmost ja relativ schnell zu gären. Bei der Gärung wird der natürliche Zucker in den Trauben in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt. Bereits ab einem Alkoholgehalt von nur einem Prozent wird der einstige Most in Österreich als Sturm bezeichnet, verkauft wird er aber erst ab vier Volumsprozent. Sobald er weitgehend vergoren ist, spricht man nicht mehr von Sturm sondern vom "Staubigen".  Auch das ist noch kein fertiger Wein. Der Staubige ist weniger süß als Sturm und zumeist auch noch sehr trüb.

Gerade auf Grund seines hohen Kohlendioxidgehalts wird Sturm als besonders spritzig und leicht trinkbar empfunden. Doch Vorsicht ist geboten. Die Kombination von Zucker und Alkohol geht sehr schnell in die Blutbahn, und man ist wesentlich schneller betrunken als man dachte. Außerdem kann ein Zuviel des stürmischen Getränks Auslöser für unangenehmen Durchfall sein.


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