Energiesparlampe & Co

© Fotolia/Bernd Leitner
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 28.09.2009
Leuchtende Aussichten?
Die Glühbirne hat bald ausgedient, doch wo bleiben die Alternativen? Die derzeit am Markt befindlichen Leuchtmittel haben alle noch ihre Schattenseiten. Gerade beim Umgang mit Energiesparlampen ist viel Umsicht notwendig. Wir haben Tipps und Wissenswertes rund um das Thema Energiesparen und Beleuchtung zusammengestellt.
Das Ende der Glühbirne ist bekanntermaßen besiegelt, bis 2012 wird sie in der EU schrittweise abgeschafft. So sind seit September 2009 Glühbirnen mit 100 Watt verboten. Grund ist die schlechte Energieausbeute, nur etwa fünf Prozent des benötigten Stroms wird in Licht umgewandelt. Der Rest geht als Wärme verloren.
Energiesparlampen sind kleine, gebogene Leuchtstoffröhren. Sie wandeln ca. 25 Prozent des Stroms in Energie um. Statt 1.000 Stunden Lebensdauer wie bei Glühbirnen versprechen uns die Hersteller mindestens 8.000 Lebensstunden und bis zu 80 Prozent Energieersparnis im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen. In Verbrauchertests liegen die tatsächlichen Zahlen zwischen 44 und 86 Prozent. Eine kältere Lichtfarbe, das Nachlassen der Helligkeit mit der Zeit sowie eventuelle Verzögerungen beim Einschalten der Lampe sind Nachteile, die der Konsument in Kauf nehmen muss.
Gefährliche Energiesparer?
Was viele lange Zeit nicht wussten: Als Gasentladungslampen enthalten Energiesparlampen geringe Mengen an Quecksilber – gering, aber doch. "Bei richtiger Handhabe sind Energiesparlampen nicht gefährlich. Allerdings nur, wenn man sie nicht zerbricht", erklärt Peter Kurz, Fachberater für Bauen und gesundes Wohnen von "die umweltberatung". Zerbricht die Lampe, entweicht giftiger Quecksilberdampf. Dasselbe passiert auch, wenn die Lampe in den normalen Hausmüll geworfen wird und dabei zerbricht. Deshalb gehören Energiesparlampen in den Sondermüll.
Manche Hersteller haben nun Lampen mit gebundenem Quecksilber (Amalgam) auf den Markt gebracht. Zerbricht die Birne, tritt kein giftiger Quecksilberdampf aus – allerdings nur, wenn die Energiesparlampe zuvor nicht eingeschaltet war. Denn für die Lichterzeugung wird Quecksilber benötigt, das bei höheren Temperaturen aus dem Amalgam verdampft. Einen zusätzlichen Schutz bieten Lampen mit einer Silikonummantelung oder mit Kolben aus unzerbrechlichem Kunststoff.
Was tun, wenn eine Energiesparlampe zerbricht
Bricht eine Energiesparlampe, sollte der Raum unbedingt für etwa eine halbe Stunde gelüftet werden. Wichtig: Scherben nur mit Handschuhen anfassen und keinen Staubsauger verwenden – da der Quecksilberdampf sonst eingeatmet wird. Die Splitter vorsichtig zusammenkehren und am besten in einem verschlossenen Schraubglas als Sondermüll zur Deponie bringen.
"Die korrekte Entsorgung durch die Verbraucher funktioniert derzeit überhaupt nicht. Und je ähnlicher Energiesparlampen den Glühlampen optisch werden, umso größer ist die Gefahr, dass sie im Hausmüll landen", ist Baubiologe Kurz besorgt. "Dann gelangt das Quecksilber leicht in Wasser oder Boden, reichert sich dort in der Nahrungskette an und kehrt im schlimmsten Fall über unsere Nahrung in unseren Körper zurück." Ein Pfandsystem wäre sicherlich von Vorteil. Lampen also am besten als Sondermüll entsorgen. Wird eine neue Lampe gekauft, nimmt der Fachhändler die Energiesparlampen auch zurück. Glas und Metall werden recycled, das Quecksilber leider nicht.
Weniger Stromverbrauch, dafür mehr Quecksilber – wo ist da der Sinn, mag sich so mancher fragen. Gerade in Anbetracht dessen, dass die EU-Kommission Quecksilber als gefährlich eingestuft hat und beispielsweise Quecksilber-Thermometer abgeschafft hat. Das Öko-Institut in Freiburg hält dem entgegen, dass auch Steinkohlekraftwerke Quecksilber freisetzen. Bei einem Steinkohle-Stromanteil von 27 Prozent in Deutschland helfen Energiesparlampen also indirekt mit, die Quecksilberbelastung durch Kohlekraftwerke zu reduzieren. Auf Österreich lassen sich diese Berechnungen aber nicht übertragen. "Der Strommix in Österreich ist anders als in Deutschland, deshalb trifft das bei uns so gar nicht zu", sagt Kurz.
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