Feng Shui

Aktualisiert am: 19.11.2004

Schulen des Feng Shui

Wie bei vielen anderen Lehren oder Wissenschaften auch, haben sich auch beim Feng Shui in den verschiedenen Regionen Chinas und im Laufe der Zeit verschiedene Ansätze und Anwendungsformen herausgebildet.

1. Formenschule

Die "Formenschule" ist entstanden in den bergigen Zonen Chinas. Sie deutet die Umgebungen eines Gebäudes. Bergen, Nachbarhäusern, Wegen, Straßen und Bäumen werden im Hinblick auf den Fluaa des Chi bewertet. Den räumlichen Objekten wird ein Wert gemäß der chinesischen Elementelehre zugeordnet. So wird z.B. einem Gebäude mit einem Satteldach das Element Feuer zugeordnet, eine Kuppel ist demnach "Metall", auch wenn diese aus einem anderen Material konstruiert wurde.

Manche Formen können einen positiven Einfluss auf den Strom des Chi haben, was durch entsprechende Eingriffe begünstigt werden kann. Andere, beispielsweise spitze und scharfkantige Formen, können zu einer Bedrohung werden, welche allerdings ebenfalls durch Schutzmaßnahmen beseitigt werden können.
Die Formenschule wird auch gerne als "Astrologie der Umgebung" bezeichnet. So werden, ähnlich wie in der normalen Astrologie die Konstellationen der Planeten, dort die markanten Punkte der Umgebung in Beziehung zum Menschen gebracht.

2. Kompassschule

Die "Kompassschule" entwickelte sich im Flachland. Der Kompass (Lo-pan) ist eine großen Scheibe, in deren Mitte sich eine Kompassnadel befindet. Umgeben ist dieser von 18 konzentrischen Ringen, in denen praktisch alle Elemente der chinesischen Kosmologie und Naturphilosophie in Form von Symbolen angeordnet sind. So das Yin-Yang Prinzip, die acht Trigramme und die 64 Hexagramme des I Ging, die Ekliptik der Sonne, die entsprechende Bahn des Mondes, die 360 Grad-Teilung des Kreises usw.... Jeder dieser Ringe ist wiederum in Segmente unterteilt. Für jeden Ort, dessen Feng shui bestimmt werden soll, müssen nun sorgfältig alle diese Aspekte berücksichtigt werden.
Dabei spielt zur Beurteilung der individuellen Disposition des Bewohners, ebenfalls sein Geburtshoroskop (gemäß der chinesischen Astrologie) eine wichtige Rolle.

Dazu gibt es noch weitere Prinzipien, wie z.B. das Bagua. Es handelt sich um ein rechteckiges Schema, aufgrund dessen der Wohnungsgrundriss in verschiedene Zonen, für unterschiedliche Lebensbereiche aufgeteilt wird. Dabei gilt, dass grundsätzlich eine Wohnung eine rechteckigen Fläche ausfüllen muss. Wohnt jemand z.B. auf einem L-förmigen Grundriss, könnte es sein, dass ihm wichtige Bereiche fehlen. Gefahr droht auch demjenigen, welcher an sein ursprünglich harmonisch-rechteckiges Einfamilienhaus eine Garage anbaut. Dadurch verändert er in der Regel den Hausgrundriss zu seinem Nachteil.

Mittlerweile und vor allen Dingen in der Praxis der europäisch-amerikanischen Feng Shui-Experten haben sich diese beiden Schulen vermischt, und es gibt kaum einen Meister, welcher die reine Formen- oder Kompasslehre vertritt, sondern es werden je nach Vorlieben oder Lehrmeinung der verschiedenen Schulen bestimmte Elementen aus dem großen Angebot der Feng shui-Theorie entnommen.


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