Spieletipp: Keltis

Autorin: Mag. Sonja Tautermann

Aktualisiert am: 30.08.2010

Spieletipp: Keltis – Das Orakel

Spielefans kennen Keltis als Spiel des Jahres 2008. Zwei Jahre später ist nun der Nachfolger am Markt: "Keltis – Das Orakel", das im Redaktionstest überzeugt hat. Es handelt sich um keine Keltis-Erweiterung, sondern um ein eigenständiges Spiel, bei dem Spieleautor Reiner Knizia (z.B. "Einfach Genial") die beliebten Keltis-Strategien um neue Regeln erweitert hat.

Möglichst schnell vorankommen und dabei viele Punkte sammeln – das ist das Ziel des Spiels. Der Pfad des neuen Keltis-Spielplans ist diesmal spiralförmig angelegt. Statt auf mehreren Wegen müssen sich nun also alle zwei bis vier Spieler auf denselben Weg machen und um Aktions-Wegeplättchen und ums Vorwärtskommen streiten. Denn Figuren, die zu weit hinten stehen, bringen am Ende Minuspunkte.

Vorziehen darf man, indem man Kartenreihen mit auf- oder absteigenden Zahlen bildet. Die Farbe der abgelegten Karte bestimmt, wie weit man kommt. Neu ist nämlich, dass man nicht nur ein Feld vorrücken darf, sondern eine Spielfigur nach Wahl bis zum nächsten gleichfarbigen Symbol auf dem Spielplan zieht – und dabei meist viele Felder überspringt. Gelangt man dabei auf ein Wegeplättchen, darf die entsprechende Aktion ausgeführt werden. Kleeblätter-Plättchen lassen den Spieler etwa sofort auf das nächste Feld in der Farbe des Kleeblatts springen, Punktekarten bringen Punkte für die Schlusswertung. Überspringt man Plättchen, entgeht einem auch der Bonus.

Neu im Spiel ist die Orakelpriesterin. Statt mit einer eigenen Figur darf der Spieler alternativ auch mit der Priesterin bis zu vier Felder vorrücken. Trifft sie dabei auf eine eigene Figur, kassiert man fünf Punkte. Aber Achtung: im Gegensatz zu den Spielfiguren darf die Orakelpriesterin nur vorwärts, aber nie rückwärts gezogen werden. Sobald sie auf dem Schlussfeld steht, gibt es für niemanden mehr Punkte.

Rückwärts ziehen und Pluspunkte sammeln

Landet eine Spielfigur auf einem Spirale-Wegeplättchen, kann der Spieler seine Figur auf ein beliebiges Feld zurückziehen. Warum er das tun sollte? Kann sein, dass er sich der Orakelpriesterin nähern oder von einem oder mehreren Wegeplättchen profitieren möchte. Vielleicht springt er zu einem Feld mit Wunschstein-Plättchen, das nur der erste einsammeln darf, der auf dem Feld landet. Mehrere gesammelte Wunschsteine bringen nämlich Pluspunkte, wer am Ende des Spiels zu wenige hat, wird mit Minuspunkten bestraft.

Fazit: Unsere vierköpfige Gruppe hatte viel Spaß mit dem Keltis-Nachfolger. Die Erweiterung der Regeln ist sehr gelungen, Strategie ist gefragt! Die Wegeplättchen, die der Zufall stets anders auf den Spielfeldern verteilt, machen das Spiel immer wieder spannend und neu. Je später man allerdings an die Reihe kommt, umso schwieriger wird es, zu gewinnen und Wunschplättchen einzusammeln. Ich hoffe, Sie waren vor kurzem in Irland, denn dann kommen Sie als Startspieler zum Zug.

Reiner Knizia
Keltis – Das Orakel
Kosmos 2010
Für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren


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