Krawatten binden

Krawattenknoten

Aktualisiert am: 21.05.2007

Perfekte Längen und andere Tipps

Perfekt sitzt der Four-in-Hand und jeder andere Knoten, wenn er genau im Dreieck zwischen den zwei Schenkeln des Kragens platziert ist. Die Krawatte darf niemals zu fest zugezurrt oder gar gequetscht werden. Roetzel erteilt der Gewohnheit einiger Männer, den obersten Hemdknopf offen zu lassen, eine klare Absage. Pragmatisch meint er: "Wer keine Krawatten mag, sollte keine umbinden." (Der Gentlemen, S 67)

Noch ein Tipp: Die Krawatte hört genau dort auf, wo der Hosenbund anfängt: Nicht in Höhe des Bauchnabels, nicht im Schritt. Ein guter Änderungsschneider übernimmt das Kürzen für wenige Euro. Wer hingegen Überlängen braucht, gut, die gibt es auch bei Krawatten. Einfach im Fachhandel danach fragen.

Der Mächtige

Im Gegensatz zum Four-in-Hand passt der Windsor-Knoten Roetzel zufolge nur zum Cutaway collar. Der im deutschen Sprachraum mit Haifisch- oder Kent- bezeichnete Kragen lässt viel Platz für den recht massiv wirkenden Knoten. Der Autor des Handbuchs klassischer Herrenmode glaubt aber selbst in diesem Fall nicht an dessen Eleganz und rät seinen Lesern zu Four-in-Hand und Krawatten mit entsprechender Dicke und Breite, um diese Kragenform artgerecht zu füllen. Er heißt im Übrigen deshalb Cutaway collar, weil die Enden wie abgeschnitten aussehen.

Wer die Symmetrie liebt, der ist mit dem Windsor-Knoten jedenfalls gut beraten. Nur wickeln muss man ein bisschen mehr.

In sechs Schritten zum Windsor-Knoten:

1. Legen Sie die Krawatte so um den Hals, dass sich rechts der breite Teil befindet – auch bei Linkshändern. Das rechte Ende hängt sehr viel länger herunter als das schmale linke. Halten Sie diesen Teil mit der linken Hand fest, Linkshänder mit der rechten. Nehmen Sie nun den rechten Teil und legen sie ihn zuerst vorne über das schmale Ende und schlingen sie es dann von unten durch das aus den beiden Krawatten-Teilen gebildete V. Das breite Ende liegt rechts, das schmale links.

Windsor-Knoten: Schritt 1

2. Führen Sie das breite Ende nun unter dem schmalen Ende von rechts nach links. Der breite Krawatten-Teil zeigt nach links.

Windsor-Knoten: Schritt 2

3. Schlingen Sie das breite Ende diesmal von oben durch das V über dem Knoten.

Windsor-Knoten: Schritt 3

4. Das breite Ende liegt nun hinter dem Knoten und zeigt nach rechts.

Windsor-Knoten: Schritt 4

5. Legen Sie das breite Ende von rechts nach links über den Knoten. Schlingen Sie es danach von hinten nach vorne durch das V der beiden Krawatten-Teile.

Windsor-Knoten: Schritt 5

6. Wie schon beim Four-in-One, wird jetzt das breite Ende zwischen der vorne sichtbaren waagrechten Knotenschlinge und dem darunterliegenden Teil durchgeschlungen. Nun wieder das schmale Ende festhalten (jeweils mit der Hand, die nicht führt) und den Knoten langsam ausrichten. Ist das schmale Ende zu lang, geht's wieder zurück zum Start.

Windsor-Knoten: Schritt 6

Wer Four-in-Hand und Windsor-Knoten beherrscht, ist bestens gerüstet. In Wahrheit besteht die Kunst des Krawattenbindens aber immer darin, den ersten Schritt richtig anzulegen. Wie lange hängt das schmale und das breite Ende links und rechts vom Kragen hinunter? Das ist die allesentscheidende Frage. Wer das intus hat, hat seine Krawatten im Griff.


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maxerl ARTIKEL KOMMENTIEREN
Zu diesem Artikel gibt es 1 Kommentar(e).
striche Neuen Kommentar verfassen
striche
Krawatten binden  von pierrefrei@orange.fr (Gast)
13:17 14.01.2010
nicht einmal, sondern zweimal rumschlingen und dann durchziehen, gilt für den englischen Gentleman, der noch immer tonangebend ist
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