Künstliche Bräune

Aktualisiert am: 30.05.2006

Solarium - schädliche Strahlen?

Gerade in den Wintermonaten sehnen wir uns nach wärmenden Strahlen. Sonnenstudios locken mit frischer Werbung und versprechen uns, die Sommersonne auch im Winter genießen zu können. Doch ist diese Bräune wirklich gesund?

Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung), wie sie auch im Sonnenlicht vorkommt, ist nichtionisierende, elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge von 10 bis 400nm. Man unterscheidet zwischen UVA, UVB und UVC-Strahlung, wobei letztere im "künstlichen Sonnenlicht" der Solarien nicht vorkommt. Je nach Typ des Solariums werden für die Lampen vor allem UVA-Strahlen (zu 98 bis 99 Prozent) und UVB-Strahlen (1 bis 2 Prozent) verwendet.

UVA-Strahlung im Solarium 

Gerade die UVA-Strahlen sind aber diejenigen, die für Hautalterung, Zellschäden und Sonnenbrand zuständig sind. Während die Sonne an einem Sonnentag im Juli beispielsweise nur 56 Watt/m2 UVA-Strahlung abgibt, sind es bei Niederdrucklampen im Solarium 200 bis 350 Watt/m2 und bei Hochdrucklampen gar bis zu 550 Watt/m2. Bei einer derart hohen Bestrahlung bräunt die Haut sofort, für eine langanhaltende Bräune, die den Eigenschutz der Haut verstärkt, sind aber die UVB-Strahlen zuständig. Ebenso für die Bildung des lebenswichtigen Vitamins D. Jede Rötung ist ein Sonnenschaden und zu viel UV schwächt das Immunsystem!

Stimmungsaufhellung

Seit kurzem weiß man, dass die körpereigenen Opiate (Endorphine), die durch UV-Bestrahlung entstehen, für die stimmungsaufhellende Wirkung des Solariums verantwortlich sind. Wer alle zwei Tage kurz rausgeht und die Sonne genießt bzw. in die Wolken schaut, holt sich die gute Laune ohne Strahlenschaden. Das Licht wird nämlich direkt über die Augen zum Gehirn und damit ins Zentrum der Gefühle weitergeleitet.

Eine gesunde Bräune bekommt man im Solarium nicht: Die (oft veralteten) Turbobräuner führen erwiesenermaßen zu schlaffem Bindegewebe mit Cellulite, Falten und Altersflecken bis hin zu Allergien und Hautkrebs.

TIPPS

Wer dennoch nicht auf den Besuch im Solarium verzichten möchte, sollte sich folgende Tipps zu Herzen nehmen:

  • Bestimmen Sie Ihren Hauttyp, bevor Sie sich auf die Sonnenbank legen. Tabellen finden Sie in jedem Sonnenstudio. Gar nicht auf die Sonnenbank dürfen Menschen mit Hauttyp 1.
  • Haben Sie Allergien oder Hautkrankheiten? Nehmen Sie fotoaktive Medikamente ein? Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt, ob das Solarium für Sie empfehlenswert ist.
  • Lassen Sie sich die Gerätebedienung genau erklären und vergewissern Sie sich, wo der Notschalter ist.
  • Tragen Sie am Tag des Solariumbesuchs keine Kosmetika, Parfums, Körpercremes oder -sprays auf. Diese Produkte können die Empfindlichkeit der Haut gegenüber der UV-Strahlung erheblich verstärken.
  • Verwenden Sie kein Sonnenschutzmittel und auch keine bräunungsverstärkenden oder -beschleunigenden Produkte.
  • Tragen Sie eine Schutzbrille! Das bloße Schließen der Augen schützt nicht vor Fotokonjunktivitis oder "Schneeblindheit".

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