Lebensquell Bad Zell

Schwammerling am Rechberg
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Autorin: Mag. Petra Stix

Aktualisiert am: 12.04.2010

Von Heilquellen und Hinkelsteinen

Im Normalfall schafft man die Strecke Wien – Bad Zell mit dem Auto locker in zwei Stunden. Wer aber noch eine zusätzliche Stunde Zeit hat und schon vor Ankunft im Hotel das "mystische Mühlviertel" und seine verschlungenen Wege kennenlernen will, der verlässt sich am besten auf die von Google Maps vorgeschlagene Route. Für den Beifahrer ein wahres Vergnügen, für im Serpentinen-Fahren ungeübte Flachländer wie mich – schlichtweg die Hölle. Heißer Tipp für Ihre Reiseplanung: Drucken Sie den kleinen Plan von der Hotel-Webseite aus und weichen Sie niemals von der vorgeschlagenen Route ab. Einmal vom Weg abgekommen, und Sie sind für immer verloren.

Wir haben's dann doch irgendwie geschafft und staunten nicht schlecht. Mitten im Naturparadies Mühlviertler Alm - das moderne Vier-Sterne-Hotel Lebensquell Bad Zell. Mit seinem puristischen Design ein starker Kontrast zum idyllischen Örtchen Bad Zell. Auch im Inneren wurde der puristische Stil konsequent durchgezogen: klare Linien, einfache Formen und dunkles Holz kombiniert mit roten Stilelementen ergeben ein harmonisches Ganzes. Was in der Lobby sofort ins Augen sticht, ist auch hier der strenge Kontrast von Alt und Neu. Gleich rechts vom Eingang wurde ein typisch oberösterreichisches Brotbackhäusl originalgetreu nachgebaut. Sogar der Backofen funktioniert und kommt regelmäßig zum Einsatz.

Heiliges Wasser

Aber warum eigentlich Lebensquell Bad Zell? Schon seit Urzeiten sagt man dem Bad Zeller Wasser heilende Wirkung nach. Das "Cella Hedwigsbründl", der mittelalterliche Ursprung der Heilquelle, ist schon seit Jahrzehnten ein beliebtes Wallfahrtsziel. Der Legende nach hat die heilige Hedwig aus Schlesien auf ihrer Pilgerreise nach Rom in eben dieser Quelle ihre wunden Füße versorgt und so neue Kraft geschöpft. Wer mit der religiösen Interpretation der Heilkraft des Wassers weniger anfangen kann, für den gibt es aber auch eine logische Erklärung: In den 50er Jahren begann man mit wissenschaftlichen Untersuchungen des Heilwassers beim Hedwigsbründl. Es stellte sich heraus, dass das Wasser stark radonhaltig ist. Das radioaktive Edelgas Radon hilft bei rheumatischen Beschwerden, Abnutzungserscheinungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Erkrankungen der Atemwege und der Haut. Es mindert Entzündungen, stillt Schmerzen und wirkt vitalisierend.

Ab in die Kältekammer

Anfang der 70er Jahre wurde Bad Zell offiziell zum Kurort erklärt und man begann mit dem Bau des Kurzentrums. "Durch die Kraft des Wassers liegt unser Schwerpunkt eindeutig bei der Schmerztherapie, deshalb haben wir auch zusätzlich eine Kältekammer errichtet. Gerade Rheumapatienten schwören darauf", erklärt Dr. Maria Holzmann, die ärztliche Leiterin des Gesundheitsresorts. Sprach's und will uns allesamt zu vier Minuten Ganzkörper-Kältetherapie verdonnern. Minus 110 Grad Celsius – und das nur in Badeanzug, Socken, Handschuhen und Haube? Nicht mit mir! Der Winter war lang genug. Wer außerdem leicht klaustrophobisch ist oder unter Bluthochdruck leidet, sollte die Kältekammer auch eher meiden. Ich habe mir stattdessen ein entspannendes Radon-Bad gegönnt und mich bei einer Ganzkörpermassage so richtig durchkneten lassen. Herrlich!

Das mystische Mühlviertel

Ideal, um neue Lebenskraft und Energie zu tanken, sind aber nicht nur die heilenden Thermen, sondern ist auch die herrliche Landschaft der Mühlviertler Alm an sich. Ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Sportbegeisterte. Egal ob zu Fuß, auf dem Drahtesel oder hoch zu Ross, der Naturpark Mühlviertel mit seinen charakteristischen Wackelsteinen und seiner Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten ist immer wieder ein schönes Erlebnis.

Bewegung an der frischen Luft macht ja bekanntlich hungrig. Eine stärkende Jause zwischendurch empfiehlt sich bei einem der zahlreichen Mostheurigen der Region, wo Gäste immer herzlichst aufgenommen  werden. Wer, so wie ich, schon einmal dem Sonnenuntergang auf der Mühlviertler Alm entgegengeritten ist, der versteht, warum immer vom "mystischen Mühlviertel" gesprochen wird. Das sind Augenblicke, die vergisst man sein Leben lang nicht.


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