Öko-Mode

Produktion von Bio-Baumwolle

Aktualisiert am: 25.03.2008

Faire Produktion

Irgendwo in China (oder Marokko, der Türkei oder einer Insel im Pazifik): Tausenden von jungen Frauen wird das Blaue vom Himmel versprochen, damit sie sich zur Arbeit in den Textilfabriken von Hilfiger & Co. verpflichten. Und schon ist der Reisepass futsch. Nach dem obligatorischen Schwangerschaftstest geht es los mit der Näharbeit, unter Beschimpfungen und Schlägen versteht sich. 60 Stunden pro Woche sind üblich. Pausen? Kaum vorhanden. Und bitte nicht zu oft aufs Klo gehen, das hat Konsequenzen. Bezahlung? So gut wie keine. Dafür gibt es ja Kost und Logis. Dass diese "Versorgung" gerade ausreicht, um die Arbeitskraft zu erhalten, steht auf einem anderen Blatt. Ebenso wie die gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen ...

Jeder, der daran denkt, kriegt eine Gänsehaut vor Empörung. So lange, bis zum nächsten Sonderangebot.

Im Rampenlicht

Seltsamerweise werden nicht nur No-Name-Produkte billig produziert. (Diese allerdings fast immer.) Leider gehören auch die großen Namen wie Hilfiger, Esprit oder Benetton zu den schwarzen Schafen. Viel Geld hinzulegen ist also kein Garant dafür, ethisch korrekt hergestellte Produkte zu erwerben. "Das liegt daran, dass bei diesen Firmen das Geld vor allem ins Marketing fließt. Dagegen ist der Anteil, den die Arbeitskräfte in der Fabrik bekommen, lächerlich gering – nur rund ein Prozent des Marktpreises. Das bedeutet: Man könnte deren Löhne ohne weiteres verdoppeln, ohne dass dies den Käufern auffällt", meint Konsumentenschützer Blazek.  

Die öffentliche Kritik der Umweltorganisationen verpufft allerdings nicht in der Luft. Denn keine große Firma kann es sich heute noch leisten, ihren Ruf zu gefährden. Zu viel Geld steckt hinter den großen Namen und der mühevoll komponierten Identität. Also reagieren immer mehr Firmen auf den wachsenden Druck und Marken, die im Rampenlicht stehen, wollen sich das Deckmäntelchen der "political correctness" nicht mehr entgehen lassen. Ist ja schließlich auch werbewirksam.

Konsumenten haben es in der Hand

Sowie bei uns ein Produkt über den Ladentisch geht, sendet der Strichcode ein Signal an den Zulieferbetrieb. Das garantiert für den Hersteller die Produktion nach Bedarf, für uns Kunden bedeutet das eine Form der Mitbestimmung. Produziert wird nur noch, was gefällt. Oder auch, was wir für gut halten. Und so haben wir es in der Hand, gesunde und unter ehrlichen Bedingungen hergestellte Kleider zu tragen.


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Zu diesem Artikel gibt es 2 Kommentar(e).
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Öko-Mode  von Ina123 (Gast)
09:57 08.04.2008
Finde "No Logo" von Naomi Klein nicht so toll. Total typisch amerikanisch populistisch geschrieben.
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Öko-Mode  von barbara (Gast)
09:36 27.03.2008
informativer artikel. gut auch, dass öko nicht mehr strickkapperl mit norwegermustern oder blauweiße batikbluse bedeutet. obwohl, die bindetechnik feiert scheinbar auch wieder ein comeback. zum thema faire produktion kann ich jedem, den es interessiert ein spitzenbuch nahelegen: no logo von naomi klein. unbedingt lesen!
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