Öko-Mode

Aktualisiert am: 29.03.2010

Saubere Wäsche

Ökologie und Mode: Das eine steht für Verantwortungsbewusstsein, Individualität und Fairness, das andere für den Konkurrenzkampf auf dem Schlachtfeld der Schönheit. Ist Öko-Mode dann nicht ein Widerspruch in sich? Nein. Es kommt einzig darauf an zu wissen, wo man einkauft.

Von Elisabeth Freundlinger

Vorweg: Es gibt zwei Voraussetzungen für ökologisch korrekte Kleidung. Nämlich die umweltbewusste Herstellung gesunder Materialien und den fairen Handel. "Unter Öko-Textilien versteht man Bekleidung, die unter umweltschonenden Bedingungen hergestellt wurde. Bekannt ist das Öko-Tex-100-Zeichen, das die Einhaltung gewisser Schadstoff-Grenzwerte bei der Produktion signalisiert. Das Fair-Trade-Logo bezeichnet hingegen (überwiegend) die sozialen Produktionsbedingungen. Auf dem Sektor Textilien gibt es leider momentan noch sehr wenige Fair-Trade-Produkte", erklärt Mag. Peter Blazek von der Redaktion des "Konsument".

Ökologische Stoffe

Was uns bislang als Qualitätsnachweis genügt hat, nämlich das Schildchen mit der Aufschrift "100 Prozent Baumwollte", hat heutzutage ausgedient. Baumwolle ist zwar ein natürlich gewachsenes Produkt, also "grün". Dennoch "gibt es biologisch hergestellte Baumwolle derzeit nur ganz selten,"  so Blazek. Stattdessen werden unter enormer Umweltbelastung Baumwollfelder bepflanzt, mit Pestiziden besprüht und mit Hilfe von Entlaubungsmitteln abgeerntet. Ganz abgesehen von den Gesundheitsschäden für die Feldarbeiter und den katastrophalen Folgen für Boden und Grundwasser ist auch das Endprodukt schwer schadstoffbelastet. Und das noch bevor die Stoffe weiteren chemischen Vorgängen wie Färben oder Imprägnieren ausgesetzt werden.

Bio boomt auch bei Textilien

Allerdings hat sich der Anbau von Biobaumwolle aufgrund der steigenden Nachfrage seit 2001 vervierfacht. Diese so genannten Ökotextilien werden aus biologischen Rohstoffen ohne Einsatz von Pestiziden und gesundheitsschädlichen Hilfsstoffen hergestellt. Natürlich sind sie auch gentechnikfrei. Der biologische Landbau unterliegt strengen Richtlinien und wird laufend kontrolliert. Anfangs war es nur ein Trend im Bereich Kindermode, inzwischen hat sich das neue Bewusstsein aber auch in der Produktion von Kleidung für Erwachsene niedergeschlagen. Sogar große Textilanbieter führen bereits Ökokollektionen. C&A, H&M und Konsorten können es sich nicht mehr leisten, einfach nur billig zu sein.

Und selbst große Designer springen auf den Boom auf. Beatles-Tochter und Designerin Stella McCartney setzt in ihren Kollektionen auf Organic Cotton, während bei der Produktion der Öko-Marke Edun von U2-Frontman Bono und seiner Ehefrau Ali Hewson auf sozial verträgliche Produktionsbedingungen geachtet wird. Diese Designer räumen auch gleich mit dem Alternativ-Image von Öko-Mode auf.


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Zu diesem Artikel gibt es 2 Kommentar(e).
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Öko-Mode  von Ina123 (Gast)
09:57 08.04.2008
Finde "No Logo" von Naomi Klein nicht so toll. Total typisch amerikanisch populistisch geschrieben.
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Öko-Mode  von barbara (Gast)
09:36 27.03.2008
informativer artikel. gut auch, dass öko nicht mehr strickkapperl mit norwegermustern oder blauweiße batikbluse bedeutet. obwohl, die bindetechnik feiert scheinbar auch wieder ein comeback. zum thema faire produktion kann ich jedem, den es interessiert ein spitzenbuch nahelegen: no logo von naomi klein. unbedingt lesen!
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