Theresia Gartenhotel

Aktualisiert am: 23.01.2012

Von der Sennerin zur Hoteleigentümerin

Was das Hotel ganz besonders auszeichnet, ist die familiäre und freundschaftliche Führung des Hauses und das engagierte und zuvorkommende Team. Dass sich das Personal wohl fühlt und Chefin Marianne sehr schätzt, merkt man schnell, sobald man sich ein wenig länger mit ihnen unterhält. Viele von Ihnen halten dem Haus genau deshalb auch schon seit vielen Jahren die Treue – allen voran Barkeeper Tibor aus Ungarn, der mit 12 Jahren der Längstdienende im Theresia Gartenhotel ist.

Namensgeberin Theresia

Bei der allwöchentlichen Historienstunde anhand der Galerie wunderschöner alter Fotografien in der Hotelhalle erklärt Marianne Brettermeier den Gästen gerne die Tradition und Entwicklung des Hauses und der Region: Marianne und Harald Brettermeier-Egger führen das Haus nun schon in dritter Generation. Den Grundstein für das heutige Hotel Theresia legte Mariannes Großmutter Theresia Gensbichler (geboren 1906) mit dem Gasthof Auhof. Das Startkapital dazu verdiente sie sich in 14 entbehrungsreichen Jahren als selbständige Sennerin. Bezahlt wurde sie nicht mit Geld, sondern mit Naturalien. Sie melkte die Kühe, machte aus der Milch Butter und Käse und durfte  als Lohn für ihre harte Arbeit einen Teil davon zum Weiterverkauf behalten. Theresia entstammte der einzigen Bauernfamilie in Hinterglemm, die neben der Landwirtschaft auch einen Gasthof, das Dorfwirtshaus mit einem sogenannten Tanzboden, besaß. Wie es aber damals in ländlichen Gebieten üblich war, wurde der gesamte Besitz auf die vier Söhne aufgeteilt, die zwei Töchter erhielten als Aussteuer nur Schlafzimmer und einen Schrank mit Wäsche, Geschirr, Besteck, etc. für den neuen Haushalt und ein Wohnrecht bis zum Tag der Heirat bei einem der Brüder. Sie heiratete nie, obwohl sie zwei Kinder von dem Mann hatte, der immer ihre große Liebe war: Johann Hasenauer, Landwirt in Hinterglemm.

Eine ungewöhnliche Liebesbeziehung

1947 war es dann so weit. Sie erwarb ein Grundstück, um ihren großen Lebenstraum, ein eigenes Zuhause und eine Gastwirtschaft, zu verwirklichen. Erst 1955 konnte der Gasthof fertiggestellt werden, weil einfach immer zu wenig Geld für den Weiterbau vorhanden war. Die 1928 auf der Alm geborene Tochter Marianne führte den von Oma Theresia gegründeten Gasthof mit seinen 45 Gästebetten weiter und erhielt von ihrem Vater ein Stück Baugrund, auf dem sie Ende der 50er-Jahre mit ihrem Mann Franz das Hotel Egger (jetzt im Besitz des Bruders von Frau Brettermeier, Josef Egger) errichtete. Oma Theresia zog noch lange im Hintergrund die Fäden. Im Spätherbst ihres Lebens konnte sie auf ein erfülltes Leben zurückblicken und den Erfolg ihrer Kinder und Kindeskinder genießen. Nur ein Jahr nach Großvater Johann, ihrem "Lebenspartner im Herzen" und Vater ihrer Kinder, starb sie. Auf seinen letzten Wunsch hin, ruhen die beiden sogar in einem gemeinsamen Grab. Ein schönes Ende für eine große, ungewöhnliche Liebe, der ein Zusammensein während des Lebens verwehrt war.


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