Auf dem E-Bike in den Sonnenuntergang

Es schaut so aus, als könne es dieses Jahr wieder einen goldenen Herbst geben. Vielleicht wäre das der geeignete Anlass, sich ein eigenes E-Bike zuzulegen. Mit den Elektromotoren können auch Untrainierte längere Strecken zurücklegen und mit E-Mountainbikes sogar Steigungen meistern, die ihnen sonst verwehrt blieben.

Eine schöne Vorstellung: Die Blätter hängen rot und golden von den Bäumen, die Sonne sinkt hinter die Berge und Sie surren lautlos auf Ihrem E-Bike in das Happy End eines unvergesslichen Radlausflugs. Aber so schnell geht es dann doch nicht. Wer sich ein E-Bike anschaffen möchte, muss sich zunächst mit jeder Menge Entscheidungsfaktoren herumschlagen. Nach welchen Kriterien soll man die Suche gestalten?

Welcher Akku passt zu den persönlichen Bedürfnissen? Wo sollte der Motor platziert sein, und so weiter und so fort. Um Ihnen die Entscheidung etwas zu erleichtern, haben wir für Sie im Folgenden einen kleinen Einsteiger-Guide zusammengestellt.

E-Bike oder Pedelec?

Zunächst eine kurze Klärung der Begrifflichkeiten. Der Begriff „E-Bike“ wird landläufig für alle Fahrräder mit elektronischem Motor benutzt. Räder, bei denen der Motor nur anspringt, wenn man auch selbst in die Pedale tritt, werden im Handel überwiegend als Pedelecs bezeichnet. Bei diesen Typen ist der Motor bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h abgeriegelt. Ab dem Punkt ist der Fahrer wieder allein auf seine Beinkraft angewiesen.

Wem das nicht genug ist, der greift zum S-Pedelec oder auch E-Bike. Deren Motoren bringen es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h. Dafür kommen sie mit einem höheren Rahmengewicht und einer ganzen Reihe Einschränkungen seitens des Gesetzgebers daher. Für S-Pedelecs oder E-Bikes braucht es einen Führerschein.

Außerdem sind Vorder- und Rück-Beleuchtung ebenso Pflicht wie Reflektoren und ein Versicherungskennzeichen, das am Rad montiert werden muss. Diese Räder fahren, auch ohne selbst in die Pedale treten zu müssen. Für Radler, die regelmäßig eine Strecke von ein paar Kilometern zur Arbeit zurücklegen müssen, kann eine solche Investition durchaus Sinn machen.

Sie kommen nicht verschwitzt zur Arbeit und kommen auch bei Gegenwind zügig voran. Auf Dauer verleiten solche E-Bikes jedoch zur Trägheit. Der Fitness-Effekt des Radfahrens geht also verloren. Die Kategorie der E-Bikes und S-Pedelecs wird nur noch von den sogenannten Power-E-Bikes getoppt, die aktuell von dem Modell PG Blacktrail angeführt werden. Diese Rennmaschine bringt es auf 100 km/h und kostet satte 60.000 €!

Pedelecs und E-Bikes gibt es übrigens für jeden Bedarf. Der Markt hält u. a. Kompakträder, City Bikes, Beachcruiser, Trekking-Bikes und Mountainbikes bereit. Mit der steigenden Vielfalt klettern auch die Absatzzahlen nach oben. 2015 wurden in Österreich 77.220 E-Bikes verkauft.

Der Absatz ist damit um 54,4 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Laut VSSÖ ist bereits jedes fünfte Rad in Österreich ein E-Bike. Weitere Innovationen und mehr Vielfalt sollen die Nachfrage heuer weiter ankurbeln. Front-, Heck- oder Mittelantrieb? Die Antriebe gibt es für Heck, Front und Tretlager. Hinsichtlich der Fahreigenschaften geht die Empfehlung hier klar zum Mittelantrieb.

Die zentrale Anbringung des Motors am Tretlager sorgt für einen optimalen Schwerpunkt. Heck- und Frontantrieb hingegen können zu spürbaren Ausreißern z. B. auf Sand oder Geröll führen. Allerdings haben Heck- und Frontantrieb einen wichtigen Vorteil: Sie werden häufig mit einem Rekuperationsmodus versehen. D. h. es wird Energie zurückgewonnen und so die Reichweite des Akkus erhöht. Wenn Sie also vorrangig auf befestigten Straßen und Radwegen fahren, könnte die verlängerte Akkulaufzeit die Nachteile beim Schwerpunkt in den Hintergrund rücken lassen.

Welcher Akku ist der richtige?

Bei den Akkus wird unterschieden zwischen

• Nickel-Cadmium,

• Nickel-Metallhydrid,

• Lithium-Ionen,

• und Lithium-Polymer.

Die höchste Reichweite und die meisten Ladezyklen schaffen die Lithium-Polymer-Akkus. Sie sind allerdings verhältnismäßig teuer. Als guter Preis-Leistungs-Kompromiss haben sich die Lithium-Ionen-Akkus durchgesetzt.

Welche Rahmengröße passt für mich?

Für die Wahl der Rahmengröße gibt es Tabellen zur Orientierung. Hier sollte jedoch der persönliche Eindruck bestimmen. Gehen Sie in ein Fachgeschäft, um verschiedene Höhen auszuprobieren!

Bei einem Unfall mit einem Pedelec oder E-Bike kommen durch die zusätzliche Beschleunigung und das erhöhte Gewicht andere Kräfte zum Tragen als bei herkömmlichen Fahrrädern. Um so wichtiger ist es, dass Sie sich sicher fühlen und gut im Sattel sitzen.

Wie viel sollte ein Pedelec kosten?

Kommen wir zum Abschluss noch zu den Anschaffungskosten. Vielleicht haben Sie beim Discounter schon Angebote um 400 € entdeckt.

Konsumentenverbände und E-Bike-Profis raten jedoch stark von solchen scheinbaren Schnäppchen ab. Gerade in Unfallsituationen kann die minderwertige Verarbeitung zu bösen Überraschungen führen. Ein seriöses Angebot für ein Pedelec beginnt bei 1.000 €. Die meisten Experten geben sogar eher einen Preis von 1.500 € als Richtwert an. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Besonders bei den Mountainbikes ist viel Raum zur Feinjustierung bei der Auswahl von Federung und anderen Komponenten. Eine Möglichkeit, dennoch günstiger an ein vernünftiges Modell zu kommen, ist der Kauf eines Vorjahresmodells. Wenn die Händler ihre Lager räumen, gibt es auf ältere Räder immer wieder attraktive Nachlässe.

Quellen:

Radmarkt.de

Ökotest.de