Aus der Science-Fiction in die Gegenwart – wo uns Roboter im Alltag begegnen

Noch vor gar nicht so langer Zeit war es der Stoff, aus dem Filme und Bücher sind. Heute sind Roboter bereits ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden. Ob in der Industrie, in der Medizin oder im Haushalt – die mechanischen Helfer halten Einzug in den Alltag.

Serviceroboter übernehmen die Hausarbeit

Hausarbeit, die sich von alleine erledigt – das ist, dank effizienter Serviceroboter, die schon viele unliebsame Arbeiten im Haushalt übernehmen können, längst nicht mehr nur ein Traum. Staubsaugerroboter oder Wischroboter sind unter ihnen wohl die am weitesten verbreiteten.

Sie navigieren durch die Wohnung und reinigen selbstständig den Boden, während man selbst gemütlich auf dem Sofa liegen und die Beine hochlegen kann. Höchstens Treppen oder dicke Teppichfransen bremsen die elektronischen Helfer bei der Arbeit, bis das Hindernis von Menschenhand aus der Welt geräumt wird.

Auch die Reinigung des Swimmingpools kann man mittlerweile ganz einer Maschine überlassen und wer einen großen Garten hat, der freut sich vielleicht über einen Rasenmähroboter, der für einen stets perfekt getrimmten Rasen sorgt – je nachdem, wie er programmiert wurde.

Schwindelfreie Putzteufel

Auch Fensterputzroboter sind keine Seltenheit mehr. Besonders, wenn große Glasflächen gereinigt werden müssen, macht sich der Einsatz der Maschinen, die sich mit Unterdruck an der Scheibe halten, bezahlt. Dachrinnenroboter entfernen Schmutz und Laub, ohne dass man dafür Stunden auf der Leiter verbringen müsste.

Industrieroboter und elektronische Postboten

In der Industrie oder in der militärischen Forschung sind Roboter, die feinmechanische Tätigkeiten ausführen, nicht mehr neu. Bereits vor einem halben Jahrhundert hielt der erste Industrieroboter in die Produktionshallen des Automobilherstellers General Motors Einzug. In Logistikbetrieben leisten Roboter Hilfe, sortieren und bestücken effizient und unermüdlich. Und auch die Auslieferung von Paketen liegt teilweise schon in Maschinenhand. Paketroboter, die bis an die Haustür liefern, oder etwa die Postzustellung per Drohne sind keine Zukunftsmusik mehr.

Assistenzarzt Dr. Roboter

Auch wenn es klingt wie der Titel eines Science-Fiction-Films – „Dr. Roboter“ ist bereits im Einsatz. Statt Skalpell und Endoskop kommen im Operationssaal immer häufiger Präzisionsroboter zum Einsatz, freilich unter der Führung erfahrener (und menschlicher) Chirurgen. Die feinmechanischen Fähigkeiten der Roboterfinger ermöglichen exakte Eingriffe und erreichen selbst schwer zugängliche Stellen. Auch die Essensverteilung im Krankenhaus, der Transport von Proben ins Labor oder die Medikamentenvergabe an Patienten gehören zu den Aufgaben, die, zumindest teilweise, bereits von Robotern übernommen werden und so für eine Entlastung des Personals sorgen.

Die Zukunft im Pflegeheim

Noch sind Roboter nicht so kommunikativ und einfühlsam, wie wir sie aus Filmen kennen. Trotzdem kommen sie, vor allem in Japan, bereits bei der direkten Betreuung von Menschen zum Einsatz. Geh- und Aufstehassistenten, Hebehilfen, Exoskelette, die die Beweglichkeit verbessern oder beim Bewältigen großer Lasten helfen, sind in vielen Pflegeheimen gang und gäbe.

Auch für eine zuverlässige Überwachung der Bewohner könnten Roboter bald sorgen. Sie sollen begleiten, aufpassen und helfen, etwa indem sie Gefahrensituationen erkennen und Retter alarmieren. Bionische Prothesen erleichtern bereits zahlreiche Leben und in Zukunft sollen Rollstühle über die Möglichkeit verfügen, sich durch Hirnströme steuern zu lassen.

Umstrittener ist hingegen der Einsatz von Robotern zur Unterhaltung und Beschäftigung in Pflegeheimen. Auch wenn zum Beispiel die Plüschrobbe „Paro“, die auf Ansprache und Berührung reagiert, sich in Japan großer Beliebtheit erfreut und auf Blutdruck, Angstgefühle und Schmerzen eine ähnlich positive Wirkung haben soll wie lebende Tiere – den menschlichen Kontakt ersetzen können und sollen Roboter nicht.

Robotik hat viele Gesichter und, anders als im Film, sind die meisten davon nicht besonders angsteinflößend, sondern dienen vielmehr dazu, uns das Leben zukünftig weiter zu erleichtern.