Chatbots – smarte Programme für einfache Kommunikation

Chatbots sollen unsere Kommunikation entscheidend beeinflussen und vereinfachen und zukünftig immer mehr Apps ersetzen. Doch wie genau funktionieren Chatbots eigentlich und was sind die Vor- und Nachteile?

Bei einem Chatbot handelt es sich um Software für eine automatisierte Kommunikation mit dem User. Das bekannteste Beispiel für einen solchen Bot ist wohl Apples Spracherkennungsdienst Siri, auch wenn bei der Mehrzahl der anderen Vertreter textbasierte Kommunikation stattfindet.

Man findet Chatbots immer häufiger auf verschiedenen Messenger-Plattformen, zum Beispiel im Facebook Messenger, auf Skype oder Telegram, die für die Kommunikation mit Freunden und Familie bereits etabliert sind. Dort kann man nach einem Chatbot suchen, mit ihm Dialoge führen, ihn Fragen beantworten und Aufgaben erledigen lassen, ohne durch externe Websites navigieren oder Apps installieren zu müssen.

Wie funktionieren Chatbots?

Bei Chatbots kommen sowohl künstliche Intelligenz als auch ein Abgleich mit Datenbanken zum Einsatz, um die Kommunikation mit dem Nutzer zu ermöglichen. Man unterscheidet regelbasierte von selbstlernenden Programmen. Regelbasierte Bots greifen für die Kommunikation auf eine bestehende Anzahl von Fragen und Antworten zurück.

Künstlich intelligente Bots entwickeln im Gegensatz dazu durch die Konversation mit Menschen selbstständig neue Verknüpfungen und Ideen. Den Vorgang, wenn der Bot durch den Abgleich von Datenbanken im Hintergrund lernt, nennt man Machine Learning.

Man unterscheidet außerdem universelle von themenspezifischen Chatbots. Themenspezifisch ist zum Beispiel ein Wetterbot, der Fragen zur Witterung beantwortet. Bei den aufwendigeren universellen Bots ist das Themengebiet nicht eingegrenzt. Neben den in Messenger-Diensten integrierten Bots gibt es auch solche, die als eigene App oder auf Websites aufgerufen werden.

Eine kurze Geschichte der Chatbots

Auch wenn sie sich gerade großer Beliebtheit erfreut, ist die Idee eines Chatbots nicht so neu, wie man meinen könnte. Als erster Chatbot gilt Eliza, der vom Informatiker Joseph Weizenbaum bereits 1966 programmiert wurde. Die Anwendung sollte als virtuelle Psychotherapeutin fungieren und die Kommunikation zwischen Mensch und Computer in natürlicher Sprache demonstrieren.

Von 2001–2015 wurde mit der Chatterbox Challenge ein internationaler Wettbewerb ausgerichtet, bei dem der Chatbot des Jahres gekürt wurde.

Derzeit befindet sich das Epizentrum der Chatbot-Szene in Wien, wo mit der ChatbotConf die erste internationale Konferenz zum Thema stattfindet.

Wo kommen Chatbots zur Anwendung?

Die Anwendungsmöglichkeiten von Chatbots sind vielfältig. Sogenannte Shopping Bots unterstützen beim Onlineshopping bei der Produktauswahl oder beim Bezahlvorgang. Auch die Beantwortung von Kundenanfragen können Chatbots übernehmen und somit den Kundenservice vereinfachen.

Curation Bots stellen für den User personalisierte Medieninhalte wie zum Beispiel tagesaktuelle Nachrichten zusammen. Search Bots helfen bei der Immobiliensuche und filtern relevante Ergebnisse, Recruiting Bots unterstützen in Unternehmen bei der Auswahl von Bewerbern. Bots können Einladungen und Termine organisieren oder auch einfach als mobiles Small-Talk-Instrument dienen.

Es gibt Chatbots mit eigenen Persönlichkeitsmerkmalen, die den Bot zu einem unterhaltsamen Gesprächspartner machen können.

Vor- und Nachteile

Auch wenn es bereits unzählige Chatbots für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete gibt, ist ihre Kommunikationsfähigkeit längst noch nicht völlig ausgereift. Ohne programmierte Schlagworte können Bots natürliche Sprache bislang nicht verstehen und ein natürliches Gespräch bleibt damit noch unmöglich.

Kritiker sehen auch den Datenschutz gefährdet, da ein Bot Zugriff auf so viele Daten wie möglich braucht, um möglichst schnell zu lernen. Es gibt jedoch auch viele Gründe, die für den Einsatz von Chatbots sprechen. Für Unternehmen sind Chatbots natürlich besonders interessant, da sie eine direkte Kundenkommunikation über einen dem Kunden vertrauten Kanal ermöglichen. Doch auch dem privaten Nutzer können Chatbots schon jetzt dabei helfen, Zeit zu sparen.

Man muss keine zusätzliche App mehr downloaden oder sich registrieren, um auf bestimmte Informationen oder Dienste zugreifen zu können. Das Medium muss nicht gewechselt werden und im Gegensatz zu einer neuen App verbraucht ein Chatbot keinen zusätzlichen Speicherplatz auf dem Smartphone. Durch den bereits bekannten Umgang mit einem Messenger-Dienst gibt es auch keine Verständnisbarriere auf Userseite bei der Kommunikation mit einem Bot.

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind und die Kommunikation mit einem Chatbot ausprobieren wollen, haben wir einige populäre Beispiele gesammelt:

Novi schickt regelmäßige Nachrichten-Updates oder Newsartikel zu bestimmten Fragen.

Poncho beantwortet Fragen rund ums Wetter.

Mica hat stets hippe Lokaltipps parat.