Das fliegende Selfie: Die Urlaubs-Drohne

 

Urlaubserinnerungen aus einer neuen Perspektive

In den letzten zehn Jahren haben wir eine rasante Entwicklung im Bereich der "technischen Helferleins" erlebt, die uns im Alltag rund um die Uhr begleiten. 

Eine Änderung die damit einher ging, betrifft unser Fotografier-Verhalten. Können Sie sich noch daran erinnern, wie man an den letzten Urlaubstagen genau haushalten musste, weil man nur mehr einen einzigen leeren 24er Film in der Fototasche hatte? So um 2005 waren Digitalkameras bereits sehr breit im Markt vertreten und ermöglichten durch die Speicherkarten die Aufnahme von hunderten Bildern, ohne sich Gedanken über die Kapazität machen zu müssen. Es wurde fortan nicht nur gezielt fotografiert, sondern nach Lust und Laune einfach Schnappschüsse gemacht. 

 

Urlaubsfotos tausendfach 

Früher zelebrierten wir Urlaubserinnerungen im Familien- und Freundeskreis in stundenlangen Diavorträgen - mehr oder weniger abwechslungsreich. Heute ist es das Notebook, vor dem der eine oder andere Gast zur späteren Stunde bei Foto Nr. 635 einnickt. Man könnte meinen, Urlaubsfotos seinen heutzutage nichts Besonderes mehr und zeichnen sich eher durch Quantität als durch Qualität und raffinierte Motive aus.

 

Das bewegte Bild

Neuerdings werden die Urlaubsfotoabende immer mehr durch Videoaufnahmen bereichert. Auch dafür braucht man längst keine eigenen und teuren Videokameras, verfügen doch so gut wie alle Digitalkameras und Smartphones über eine eigene Videofunktion. Die nächste evolutionäre Stufe wurde erreicht, als die Ego Cams von GoPro und anderen Herstellern den Nischenmarkt der Actionsportler verlassen haben und Einzug in den alltäglichen Outdoor-Sport gefunden haben.

Die kleinen handlichen Kameras befinden sich mittlerweile nicht nur auf den Helmen von Fallschirmspringern und Wildwasserkanuten, sondern werden immer öfter auch an den Trekkingstöcken von Bergwanderern gesichtet. Ein gemütlicher Spaziergang über ein flaches Schneebrett wirkt aus einer bewegten Perspektive in Kniehöhe natürlich ungleich spektakulärer und vermag die Daheimgebliebenen sicher mehr zu begeistern als ein einzelnes Foto. Verbunden mit einer Tonaufnahme des unter den Schuhen knirschenden Schnees bringt das Video wohl auch noch Jahre später die Erinnerung an Urlaub viel eindrucksvoller zurück als eine statische Aufnahme.

 

Selfie und 3rd Person Cams

Das Problem, dass man alle Aktivitäten mittlerweile beliebig fotografieren kann, sich aber selbst dabei nicht beobachten kann, wurde durch einen Trend namens "Selfie" gelöst. Mittlerweile fotografiert man nicht mehr in eine tiefe Schlucht hinab, sondern dokumentiert sich selbst vor dem Abgrund zur Schlucht, meist mit dem gerade dazu passenden Gesichtsausdruck. Was kann davon noch eine Steigerung sein? 

Auch dafür hat die Industrie eine Lösung gefunden: Fliegende Kameradrohnen, die in einem Abstand von mehreren Metern in der Luft kreisen und von dort fotografieren und filmen. Erst dann wirken Schlucht und Abgrund erst so richtig spektakulär! Diese Drohnen sind mittlerweile sehr kompakt gebaut und können somit auch in größeren Bergrucksäcken gut verstaut werden.

Der spielerische Ansatz dieser Video-Flugobjekte scheint besonders Männer zu faszinieren und die Dokumentation der Urlaubserlebnisse wird kombiniert mit dem Verlangen gleichzeitig eine Art von Flugzeug fernsteuern zu können. Noch sind diese Videodrohnen im Breitensport oder Alltagsbereich eher selten zu beobachten und konzentrieren sich eher auf den Action-Bereich. Doch wenn diese Entwicklung ähnlich schnell von statten geht wie die oben genannten Technologien, werden wir in einigen Jahren immer häufiger kleine Flugobjekte über Urlausfamilien kreisen sehen, die diese bei ihren Aktivitäten filmen.

 

Vorfahrt für die Drohne in der Luft!

Die Tatsache, dass diese Kameras fliegen wird natürlich noch viele rechtliche und behördliche Fragen aufwerfen. Auch für Video-Flugdrohnen sind die Luftverkehrsregeln und Vorschriften des Luftfahrtgesetzes genau zu beachten. Ganz abgesehen von der zweifelhaften Möglichkeit mit diesen Flugdrohnen endlich über den vermeintlich unüberwindbaren Zaun von Nachbars Garten blicken zu können. 

 

Unser Fazit: 

Video-Drohnen sind eine spielerische Bereicherung für alle, die ihre Freizeitaktivitäten einmal aus einer etwas anderen Perspektive zeigen möchten. Die Regulierung bei einer größeren Verbreitung wird dabei wohl etwas umfangreicher ausfallen als bei der Einführung der Smartphones. Für den Urlaub macht es auf jeden Fall Spaß!