Digitale Assistenten – dank Spracherkennungssoftware vom Selbstgespräch zum Personal Assistant

Bei Amazon Echo, Google Home oder dem Apple HomePod handelt es sich um Lautsprecher und Mikrofone, sogenannte Smart Speaker, die nicht nur über eine kabellose Onlineverbindung, sondern auch über einen eingebauten Sprachassistenten verfügen. Diese Assistenten haben Namen wie Alexa, Google Assistant, Microsoft Cortana oder Siri, deren Stimme der eine oder andere vielleicht auch schon von seinem Smartphone kennt.

In diesem Zusammenhang wird auch von mobilen Assistenten gesprochen. Die Assistenten reagieren auf Sprachbefehle und sind dadurch in der Lage, immer mehr Aufgaben zu übernehmen, auch wenn diese noch auf Softwareanwendungen beschränkt sind. Sie sollen den Alltag vereinfachen und erleichtern. Galten sie vor einigen Jahren noch in erster Linie als interessantes Spielzeug für Technikbegeisterte, halten sie mittlerweile in immer mehr Haushalten Einzug.

Am Anfang steht die Spracherkennung

Hauptaufgabe der Software, die hinter einem digitalen Assistenten – auch intelligenter persönlicher Assistent oder Sprachassistent genannt – steckt, ist die Spracherkennung und -analyse. Eigene Algorithmen sorgen dafür, dass der Befehl des Nutzers erkannt und verarbeitet wird. Es handelt sich dabei um angewandte Technologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, genauer gesagt der maschinellen Sprachverarbeitung und Computerlinguistik.

Bei Verständnisproblemen und Unklarheiten können die meisten Assistenten mittlerweile Rückfragen stellen oder um eine Bestätigung bitten. Um möglichst schnelle Reaktionszeiten zu ermöglichen, ist eine Internetverbindung notwendig, da die meisten Daten auf den Servern der jeweiligen Anbieter verarbeitet werden. Daher wird auch die Anmeldung auf einem zum Dienst gehörenden Benutzerkonto in den meisten Fällen vorausgesetzt.

Das können die Assistenten bereits

Eine (Einkaufs-)Liste erstellen, eine Websuche durchführen und Fragen beantworten, den Wetterbericht oder die aktuellen Nachrichten zu einem bestimmten Thema vorlesen, eine Onlinebestellung aufgeben, einen Timer stellen oder einen ganz bestimmten Song abspielen – all diese Aufgaben können die gängigen digitalen Assistenten mühelos übernehmen.

Während man selbst mit anderen Dingen im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun hat, spricht man die Assistenten einfach mit einem Signalwort oder Keyword, das sie aktiviert, an und erteilt ihnen die Befehle. Einige Assistenten verfügen zudem über eine Stimmerkennung, sodass sie sich nur von festgelegten Nutzern bedienen lassen.

Auch mit Smart Homes sind die Assistenten kompatibel. Sind sie mit anderen Geräten oder der Haussteuerung vernetzt, lässt sich zum Beispiel auch das Licht via Sprachbefehl ein- und ausschalten.

Diese Aufgaben sollen die Assistenten in Zukunft übernehmen können

Einige Anbieter digitaler Assistenten möchten die Sprachsteuerung künftig auf immer mehr Haushaltsgeräte ausweiten. Mikrowelle, Backofen, Waschmaschine oder Trockner sollen, wenn es nach dem Willen der Hersteller geht, per Sprachbefehl eingeschaltet und programmiert werden können. Ob die Sprachsteuerung in diesen Bereichen wirklich sinnvoll ist, ist nicht immer ganz klar.

Das Befüllen der Waschmaschine mit schmutziger Wäsche übernehmen die Assistenten nämlich (noch) nicht. Vielversprechend scheint die Sprachsteuerung hingegen beim Autofahren zu sein. Anweisungen an den Bordcomputer können erfolgen, ohne dass der Fahrer die Augen von der Straße abwenden muss. Das ist nicht nur komfortabel, sondern erhöht auch die Sicherheit. Momentan wird noch daran gearbeitet, die Assistenten in Zukunft fest in den Bordcomputern der Autos zu verbauen.

Der Assistent als Spion?

Durch die Interaktion mit den Sprachassistenten kommen diese natürlich früher oder später an mehr oder weniger persönliche Daten. Diese werden, wie bereits erwähnt, auf den Servern der Anbieter gespeichert. Das ist zwar notwendig, damit die Anfragen und Befehle schnell verarbeitet werden können, die Unternehmen profitieren zusätzlich aber auch von den gesammelten Daten. Die Informationen werden für personalisierte Werbung genutzt – laut Experten eine der Haupteinnahmequellen der Anbieter von Sprachassistenten und den dazugehörigen Diensten.