Drohnen – geniale Boten oder Gefahr für den Flugverkehr

Drohnen sind längst mehr als ein Spielzeug für Hobby-Piloten. Zur Unterstützung von Rettungskräften, als selbstständige Boten für die Zustellung von Waren – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Dabei entstehen jedoch auch Gefahren, denen vorgebeugt werden muss.

Der Postbote der Zukunft

Was sich vor gar nicht allzu langer Zeit noch wie Zukunftsmusik anhörte, ist vielerorts bereits Wirklichkeit. Ferngesteuerte Drohnen übernehmen zusehends die Auslieferungsaufgaben, vor allem dort, wo die Umstände schwierig sind. In Island ist es bereits seit 2017 möglich, sich per Drohne Lebensmittel liefern zu lassen.

Bis zu drei Kilogramm können die fliegenden Boten über eine Strecke von zehn Kilometern transportieren. Dabei können unwegsame Gebiete in der Luft mühelos umflogen werden und die Waren kommen schneller ans Ziel. In Neuseeland kann man sich die Pizza per Flugboten liefern lassen und auch in den USA gibt es Supermärkte, die Bestellungen per Drohne ausliefern lassen.

Selbst für lebenswichtige Maßnahmen sind Drohnen bereits im Einsatz und leisten wertvolle Dienste. In Ruanda und Tansania beliefern Drohnen beispielweise Ärzte und Krankenhäuser in abgelegenen Regionen mit Medikamenten und sogar Blutkonserven. Mit einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern sind sie dabei schneller als die herkömmlichen Liefermethoden und können somit dazu beitragen, Leben zu retten, wenn jede Minute zählt.

Neben der Paketauslieferung per Drohne sollen die Flugobjekte zukünftig auch die Logistikbranche völlig revolutionieren. Dies sollen Drohnen in der Größe eines Jumbo-Jets ermöglichen, die Propellerturbinen, Mantelstromtriebwerke und normalen Flugzeugtreibstoff nutzen. Dank der Riesendrohnen sollen die Kosten für Luftfracht deutlich sinken. Dadurch soll der Austausch von Waren schneller und effizienter als der Transport auf einem Schiff, jedoch kostengünstiger als mit dem herkömmlichen bemannten Flugzeug vonstattengehen.

Integration in den Flugraum

Was vielversprechend klingt, hat aber auch Schattenseiten. Für den Luftverkehr können Drohnen eine nicht zu vernachlässigende Gefahr darstellen, denn sie sind für die Flugsicherung nur bedingt sichtbar. Besonders für Privatpersonen, die ihrem Hobby des Drohnenfliegens nachgehen, ist es wichtig zu wissen, in welchen Gebieten sie ihr Gerät problemlos fliegen lassen können.

Die Deutsche Flugsicherung hat deshalb schon im letzten Jahr eine App freigegeben, die den Benutzer genau darüber informiert, ob am gewünschten Ort Drohnen aufsteigen dürfen. Auch generelle Verbotszonen wie Regierungsviertel oder die Umgebung rund um Krankenhäuser gilt es zu beachten. In Österreich bietet beispielweise eine App des ÖAMTC vergleichbare Informationen.

Allerdings birgt nicht nur das private Fliegen von Drohnen Risiken. Was passiert, wenn eine Drohne, die ein Paket zustellen soll, einen Defekt hat und abzustürzen droht? Auch für diesen Fall wird momentan an Lösungsmöglichkeiten geforscht. Ein eingebauter Selbstzerstörungsmechanismus könnte beispielweise im Notfall verhindern, dass das Fluggerät als Ganzes zu Boden stürzt. Auch an weiteren Patenten, die den Flugverkehr mit Drohnen vereinfachen sollen, wird derzeit gearbeitet. So soll es zukünftig mobile Drohnenstationen geben, an denen die Flugobjekte mit Paketen beladen und mit frischen Akkus versorgt werden.