einbruchsicher

Einbruchsicher

Im Jahr 2013 gab es in Österreich 16.548 Anzeigen aufgrund von Einbrüchen in Wohnungen oder Wohnhäusern, circa alle 36 Minuten geschieht in Österreich ein Einbruch. Betroffene erleiden einen Schock - nicht nur wegen der entwendeten Wertgegenstände, sondern vor allem aufgrund der Verletzung der Privatsphäre. Technische Hilfsmittel können vor Einbrechern schützen, aber auch das eigene Verhalten spielt eine wichtige Rolle.

Richtige Türen und Fenster

Die EU legt sechs Widerstandsklassen für Türen fest. Unterteilt werden diese Klassen aufgrund der Werkzeuge und der Dauer, die ein Einbrecher benötigt, um die Türe aufzubrechen. Mechanische Einbruchsicherung ist besonders effektiv, sie hindert die Täter sehr lange daran in die Immobilie zu gelangen.

Eine sichere Türe ist also absolutes Muss, denn nach drei Minuten geben die meisten Einbrecher auf. Oftmals sind Sicherheitstüren aber nicht einfach einzubauen, denn sie müssen fest im Mauerwerk verankert werden.

Fenster stellen ebenfalls eine Schwachstelle dar, vor allem wenn diese ebenerdig liegen. Hier bieten sich einbruchshemmende Rollbalken oder Scherengitter als Einbruchsschutz an ebenso wie versperrbare Fenstergriffe, die auch Laien leicht anbringen können.

Sicherheitsfenster bestehen aus einem speziellen Rahmen und Dreifachisolierglas, aber auch hier muss der Rahmen des Fensters mit dem Mauerwerk verschraubt werden. Besonderen Schutz bieten Modelle, deren Fenster mit dem Rahmen verklebt sind.

Die Stadt Wien hat die Förderungen für Sicherheitstüren in den letzten Jahren erweitert. Nun werden bei Einbau von einbruchshemmenden Türen nach Ö-Norm 20% der Kosten von der Stadt übernommen. Das können bei Doppelflügeltüren bis zu 800 Euro sein.

Verriegelt und versperrt

Beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung sollte darauf geachtet werden, dass alle Fenster und Türen geschlossen sowie verriegelt sind. Das ist auch für die Versicherung ein wichtiger Aspekt! Stehen einem Einbrecher buchstäblich Türen und Fenster offen, so verweigert die Versicherung im Schadensfall eventuell Zahlungen.

Der Einbau von elektronischen Eingangstüren mit Fingerabdruck-Scans oder Code stellt eine sichere Variante dar. Die Kosten für dieses Luxus-Schloss sind – mit bis zu 1000 Euro - allerdings sehr hoch. Das gilt auch für gute Alarmanlagen, die aber in den meisten Bundesländern vom Land gefördert werden.

Ebenso, wenn nicht noch teurer, sind gute Alarmanlagen - hier gibt es in den meisten Bundesländern auch die Möglichkeit einer Landesförderung.

Daneben steht auch die Möglichkeit einer Videoüberwachung zur Verfügung, die Einbrüche zwar nicht verhindern, sondern - im Fall des Falles - lediglich dokumentieren kann. Bei der Aufklärung der Tat können diese Aufzeichnungen jedoch durchaus hilfreich sein. Abschreckend wirkt eine sichtbare Kamera im Eingangsbereich allemal.

Dämmerungseinbrüche

Besonders im Spätherbst und Winter – von Anfang Oktober bis Ende März - kommt es vermehrt zu Dämmerungseinbrüchen, also zu Einbrüchen bei beginnender Dunkelheit, wenn berufstätige Menschen noch nicht von der Arbeit zurück zu Hause sind.

Die meisten Einbrecher brauchen etwa 10 Sekunden, um eine Türe oder ein Fenster auszuhebeln. Handelt es sich um ein freistehendes Haus, so wird meist die straßenabgewandte Seite genutzt, um unbemerkt ins Innere zu gelangen. Außerdem sind dabei Terrassentüren und Fenster leichter zu öffnen als Eingangstüren.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Einbrechern, professionelle Einbrecher und Gelegenheitseinbrecher. Letztere gehen beim Einbruch vollkommen unstrukturiert vor; Objekte werden dabei wahllos ausgesucht, bevorzugt werden freiliegender Schmuck und Bargeld gestohlen. Ein professioneller Einbrecher geht gezielter vor. Meist weiß er durch Tipps oder Recherchen im Vorfeld, welche Gegenstände in der Immobilie einen Einbruch lohnen. Allgemein werden Häuser von oben nach unten durchsucht und die Einbrecher gehen dabei sehr schnell vor.

Tipps und Tricks, um Einbrecher abzuwehren:

  • Bauen Sie einbruchhemmende Fenster und Türen ein.
  • Sollten Sie alte Fenster haben, so helfen Pilzkopfverriegelungen, welche das Aushebeln verhindern.
  • Horten Sie kein Geld zu Hause.
  • Machen Sie Fotos oder Aufzeichnungen von Wertgegenständen.
  • Deponieren Sie Wertpapiere und Ähnliches im Bankschließfach.
  • Lassen Sie das Licht oder den Fernseher in der Wohnung auch bei Abwesenheit an! Hierbei helfen Zeitschaltuhren.
  • Briefkasten leeren! Ein voller Briefkasten verrät Abwesenheit. Bitten Sie Nachbarn oder Freunde regelmäßig Ihren Postkasten zu leeren und bestellen Sie Magazine und Ähnliches auch für kurze Zeit ab.
  • Bewegen Sie Rollläden oder Jalousien. Zugezogenen Rollläden signalisieren Abwesenheit, bitten Sie Freunde oder Nachbarn regelmäßig Ihre Rollläden zu öffnen oder zu schließen.
  • Pflegen Sie Ihren Garten! Ein gemähter Rasen und gesunde Blumen vermitteln dem Einbrecher, dass das Haus nicht leer steht.
  • Bewegungsmelder mit ausreichender Außenbeleuchtung schrecken Einbrecher ab.
  • Sollten Sie Außensteckdosen haben, so schalten Sie diese ab. Tätern könnten sie beim Einbruch helfen.
  • Sprechen Sie keine Ansage auf den Anrufbeantworter, in der Sie verraten, dass Sie auf Urlaub sind. Dies gilt ebenso für Nachrichten auf neuen Kommunikationsplattformen wie Facebook, Twitter und Co.
  • Sperren Sie mögliche Hilfsmittel (Leitern, Gartenwerkzeug, Kletterhilfen), die den Einstieg ins Haus erleichtern könnten, weg.
  • Einbrecher spionieren oft auf Bahnhöfen oder Flughäfen. Verwenden Sie also keine Kofferanhänger mit Adresse, die Einbrecher könnten so herausfinden welches Haus oder welche Wohnung im Moment leer steht.
  • Bitten Sie Nachbarn ein Auge auf Ihre Immobilie zu haben. Eine gute Nachbarschaft hält die meisten Einbrecher ab.
  • Sollte der Fall eintreten, dass Sie zu Hause sind und einen Einbrecher bemerken, gibt es nur eine Option: Machen Sie Lärm! Schreien, Klopfen, Trommeln und alle Lichter aufdrehen schreckt den Dieb meist ab. Wenn Sie ein Telefon zur Hand haben, dann rufen Sie sofort die Polizei. Auf keinen Fall sollten Sie sich dem Einbrecher nähern oder versuchen, ihn aufzuhalten.

Weiterführende Links:

Bundesministerium für Inneres - Einbruchspräventionstipps
Polizei Wien - Dämmerungseinbrüche
So schützen Sie sich vor ungebetenen Gästen
Schutz durch Alarmanlagen