Guck mal, wer da spielt! Musikerkennung im Jahr 2016

Für Musikliebhaber war die Einführung von Shazam eine echte Revolution. Mit einem Mal konnte man ganz leicht Titel von Songs herausfinden, die zufällig im Hintergrund liefen. Egal ob im Café, im Klub oder beim Einkaufen – die ewige Frage, wie der Song heißt, der da gerade läuft, war mit einem Mal gelöst.

Viele haben von der App erst mit Einführung des iPhones 2.0 in 2008 erfahren. Dabei hatte Shazam bereits 2002 den Dienst angeboten, Audioaufnahmen mit dem Handy zu machen, diese per SMS an Shazam zu schicken, um dann per SMS die Information zu Titel und Interpret zu erhalten. 

Wo steht Shazam heute?

Inzwischen ist Shazam seit 14 Jahren am Markt. Mit über 100 Millionen Usern erfreut sich die App weiterhin weltweit ungebrochener Beliebtheit. Doch was hat sich in der Zwischenzeit getan? 

Heute beschränkt sich der Service nicht mehr darauf, nur den Namen von Interpret und Titel zu liefern. Vielmehr gibt es umfassende Informationen zu Songtexten bis hin zu Künstlerbiografien und Musikvideos. Besonders praktisch ist die Integration von Spotify. Wer Spotify nutzt, kann Shazam den Zugriff darauf erlauben und so Songs, die über Shazam identifiziert wurden, direkt in Spotify abspeichern und zu Playlists hinzufügen. 

Spaß – in der freien Zeit gemeinsam mit Freunden – macht auch das Shazam-Musik-Quiz, bei dem der User anhand kurzer Songpassagen erraten muss, um welches Stück es sich handelt. In den USA bietet Shazam darüber hinaus die Erkennung von TV-Shows und Werbung inklusive weiterführender Informationen an. 

SoundHound überzeugt mit nützlichen Features

Bisher stand der Konkurrent SoundHound immer etwas im Schatten von Shazam. Dabei bietet SoundHound einen zentralen Vorteil: Neben der Erkennung per Aufnahme eines laufenden Songs kann das Stück auch gepfiffen, gesummt oder gesungen werden. Das macht nicht nur Spaß, sondern funktioniert auch einwandfrei. Zudem ist es praktisch, wenn man Songs mit Lyrics hört, die man nicht versteht, z. B. im Urlaub in fernen Ländern.

Bei einigen Songs liefert SoundHound zudem LiveLyrics. Das heißt, dass, noch während der Song im Hintergrund läuft, der Songtext wie beim Karaoke mitläuft. Ein schönes Feature, das vielen Musikliebhabern Freude bereiten dürfte. Allerdings funktioniert dieser Dienst bisher nur mit sehr bekannten amerikanischen Songs. In unserem Test mit deutschsprachigen Songs wurden keine Live-Lyrics angeboten. Stattdessen führt die App zur Songtext-Trefferliste in Google. Darüber hinaus zeigt SoundHound genau wie Shazam beliebte Musikvideos des Künstlers, Biografie, Diskografie u. Ä. an. Auch Spotify lässt sich mit der App problemlos verbinden. 

 

Neuartige Spracheingabe mit Hound

Der entscheidende Schritt aus dem Schatten von Shazam könnte SoundHound jetzt gelingen. In den USA hat SoundHound zu Beginn des Jahres ein Update herausgebracht, mit dem sich die App komplett via Spracheingabe bedienen lässt.

Wer hier an die oft holprigen Konversationen mit Siri denkt, ist weit gefehlt. Denn mit der eigens entwickelten Technologie Hound hat der Anbieter einen unglaublichen Wurf gelandet. Anfragen wie „Play the current hit single from Justin Timberlake“ oder „Show me the hottest tracks in Chicago“ werden zuverlässig beantwortet. Aufträge wie „Add this song to my Spotify Playlist“ werden ebenfalls ohne langes Warten ausgeführt.

Anders als Siri ist Hound dabei nicht auf Schlagworte angewiesen, sondern versteht Anfragen aus dem Kontext. Im Netz kursieren zahlreiche Videos, in denen man sich bereits einen ersten Eindruck davon verschaffen kann. Leider ist noch nicht bekannt, wann die Version auch im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wird. Bisher ist sie nur in den USA verfügbar. 

Fazit

Im Selbstversuch haben sich viele Ähnlichkeiten zwischen den beiden Apps gezeigt. In der wichtigsten Funktion, der Musikerkennung, zeigt sich SoundHound allerdings flexibler als Shazam. Die nahtlose Integration von Spotify ist in beiden Fällen gegeben.

Bei den weiterführenden Features sind das Musik-Quiz von Shazam und die LiveLyrics von SoundHound hervorzuheben. Mit der Erkennung von Fernsehserien und einer bahnbrechenden Spracherkennung haben die beiden Anbieter jeweils sehr attraktive neue Funktionen im Köcher, auf die man in Europa derzeit allerdings noch warten muss.