Haustiere - worauf man achten muss

Haustiere - worauf man achten muss

Katzen, Hunde, Hamster, Meerschweinchen oder doch eine Bartagame? Viele Menschen wünschen sich Haustiere, um ihr Leben zu bereichern. Doch bei der Anschaffung und Haltung muss einiges beachtet werden. In Österreich herrschen viele Vorschriften in puncto Tierhaltung. Was vor dem Kauf von Haustieren alles zu beachten ist, und was man tun kann, wenn doch die Allergie zuschlägt.

Rechtliche Lage in Österreich

In Österreich ist verankert, dass all jene Personen, die ein Haustier halten wollen, diesem art-, rasse- und altersgerechte Nahrung und Pflege verabreichen und eine entsprechende Unterbringung bereitstellen müssen. Bei Erkrankung oder Verletzung des Haustieres ist ein Tierarzt aufzusuchen. Tierquälerei sowie die grundlose Tötung von Tieren ist absolut verboten. Außerdem muss jeder Tierbesitzer dafür sorgen, dass sein Tier öffentliche Bereiche wie Kinderspielplätze, Gehwege und Wohnstraßen nicht verunreinigt.

Die Haltung von bestimmten Tierarten ist in Österreich anzeige-  beziehungsweise bewilligungspflichtig: die Haltung von Wildtieren und von Tieren im Zoo, im Zirkus oder anlässlich sonstiger Veranstaltungen, sowie das Halten mancher gefährlicher Tiere muss gemeldet werden.

Tote Tiere sind aus Seuchenschutzgründen bei einer zugelassenen Einrichtung umgehend zu melden bzw. zu deponieren (z.B.: Tierkörperbeseitigung, Tierarzt, ..). Das Begraben von Haustieren auf dem eigenen Grund ist prinzipiell gestattet, solange das tote Tier nicht seuchenverdächtig ist. Ausdrücklich verboten ist nach dem Tierschutzgesetz das Aussetzen ungeliebter Heimtiere!

Anmelden nicht vergessen!

In Österreich sind Halter von Hunden gesetzlich dazu verpflichtet ihre Tiere anzumelden und eine Hundesteuer zu bezahlen. Wie hoch diese Abgabe ist, wird von Bundesland zu Bundesland individuell geregelt. Ausgenommen von dieser Steuer sind Assistenzhunde, Dienst- oder Rettungshunde.

Ab dem Alter von drei Monaten muss der Hund bei der zuständigen Behörde gemeldet werden. Auch das Tragen von Hundemarken ist in den meisten Bundesländern verpflichtend. Diese wird nach Entrichtung der Steuer zugesandt oder persönlich ausgehändigt. Jeder Hund muss die Marke am Halsband tragen, sobald er sich außerhalb des Hauses befindet.

In Wien gibt es seit 2012 keine Hundemarken mehr, diese wurden durch den elektronischen Chip ersetzt, der seit 2010 verpflichtend vorgeschrieben ist. Im Todesfall  müssen Sie Ihren Hund bei der zuständigen Behörde abmelden.

Versicherung und Führerschein für Vierbeiner

Nicht selten kommt es vor, dass Hunde Unfälle oder Verletzungen verursachen. Ob nun ein Autofahrer durch einen auf die Straße laufenden Hund erschrickt, das Lenkrad verreißt und einen Unfall verursacht, ein Radfahrer zu Sturz kommt oder eine Person gebissen wird, eine Haftpflichtversicherung kann Sie vor enormen Zahlungsverpflichtungen und letztlich auch das Leben Ihres Hundes schützen.

Die Hundehaftpflichtversicherung deckt alle Sach- und Personenschäden von Dritten ab, die durch den eigenen Hund verursacht wurden. Sollte der Hund eine andere Person beißen, ist es von großem Vorteil, wenn Sie einen Hunde-Impfpass bei sich führen, um beispielsweise eine Infizierung durch Tollwut unmittelbar ausschließen zu können.

Eine Hundehaftpflichtversicherung kann man entweder individuell abschließen oder sie ist im Rahmen einer Haushaltsversicherung verankert. Eine Hundeversicherung ist für alle Hunde, aber speziell für sogenannte Listenhunde  - das sind Hunde, die per Gesetz als gefährlich oder potentiell gefährlich angesehen werden  - sehr empfehlenswert.

Beim Besitz eines Listenhundes ist außerdem ein Hundeführerschein notwendig. Dieser muss innerhalb von drei Monaten ab Haltung des Tieres absolviert werden. Folgende Hunderassen bedingen die Absolvierung des Hundeführerscheines:


    •    Bullterrier
    •    Staffordshire Bullterrier
    •    American Staffordshire Terrier
    •    Mastino Napoletano
    •    Mastin Espanol
    •    Fila Brasileiro
    •    Mastiff, Bullmastiff
    •    Tosa Inu
    •    Pitbullterrier
    •    Rottweiler
    •    Dogo Argentino (Argentinischer Mastiff)

 

Behördliche Genehmigung bei Reptilien

Reptilien sind mittlerweile in vielen Haushalten zu finden, dies führt jedoch auch zu bzw. ist bedingt durch vermehrten illegalen Handel mit den exotischen Tieren. Vor dem Kauf von Reptilien ist es notwendig eine behördliche Genehmigung oder einen Herkunftsnachweis zu erbringen. Dieser belegt, dass das Tier legal erworben wurde.

Ebenso müssen Haltungsvorschriften und artenschutzrechtliche Bestimmungen beachtet werden, denn die Haltung von Reptilien ist keineswegs einfach - und auch nicht billig! Man sollte also gut informiert sein, bevor man sich zum Kauf entscheidet.

Und eines ist auch klar: Im Gegensatz zu 'traditionellen' Haustieren sind Reptilien keine Schmusetiere. Das Herausnehmen oder Spielen mit ihnen ist zu vermeiden - für die Tiere bedeutet das nämlich lediglich Stress.

Das einzig Zeitaufwendige bei der Haltung von Reptilien ist die Reinigung des Terrariums, was allerdings nicht allzu oft geschehen muss. Am wichtigsten sind aber die konstanten Lebensbedingungen der Tiere. Ein Terrarium mit perfekter Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist ein Muss für die Gesundheit der exotischen Tiere, ebenso wie das richtige Futter.

Reptilien sind also keine sehr zeitaufwendigen Tiere - sie brauchen kein 'Entertainment' wie so mancher Hund oder so manche Katze, allerdings müssen eine Menge anderer Faktoren berücksichtigt werden, um dem Tier ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

Achtung Allergie!

Was viele nicht wissen: Alle Tiere - nicht nur felltragende - können Allergien auslösen. So kann man auch auf Vögel oder Reptilien allergisch reagieren. Die meisten Allergien werden allerdings durch Tiere mit Fell verursacht. Nicht nur die Haare, sondern auch Schuppen werden durch die Luft gewirbelt und eingeatmet.

Eine Allergie auf Katzen, Hunde oder kleine Nagetiere ist besonders häufig, da man mit diesen viel öfter als mit Vögeln oder Reptilien in engem Kontakt kommt (Schmusefaktor). Bei Katzen handelt es sich häufig auch um deren Speichel, der Allergien hervorruft. Bei Reptilien sind es die Hautschüppchen und das Streu in den Käfigen oder Terrarien.

Sollten sie also auf ihr Haustier allergisch reagieren, gilt es einige Vorkehrungen zu treffen. Reinigen Sie ihre Wohnung häufiger, halten Sie das Schlafzimmer und die Couch tierfrei und entfernen Sie ungenutzte Möbel und Teppiche damit sich keine Allergene sammeln können. Sollte die Allergie nicht besser werden, müssen Sie das Tier aber unter Umständen weggeben, denn gerade das häufig in Folge der Allergie auftretende Asthma kann lebensbedrohlich werden. In diesem Fall wenden Sie sich an den Tierarzt Ihres Vertrauens, ein Tierschutzhaus oder eine Tierschutzorganisation.

Weiterführende Links:

Rechtliche Infos rund um Ihr Haustier
Hundehaftpflichtversicherung
Hundeführerschein
Welthundetag
Mindestanforderungen bei der Haltung von Reptilien
Haustierallergie