Luftreiniger – tief durchatmen dank Technik

Es gibt viele Faktoren, die die Luftqualität in unserer Umgebung beeinflussen. Luftreiniger sollen helfen, sie zu verbessern, und damit einen wichtigen Beitrag für Gesundheit und Wohlbefinden leisten. Wir erklären, was die Geräte können und worauf man achten sollte.

Unsichtbare Gefahren?

Neben Pollen und Emissionen aus Industrie und Straßenverkehr haben auch Hausstaub, Schimmelsporen, Tierhaare oder Keime und Bakterien einen großen Einfluss darauf, wie gut wir durchatmen können. Und das gilt nicht nur für Allergiker. Während in chinesischen Großstädten Filteranlagen in der Größe riesiger Fabrikschlote bald zu einem fixen Bestandteil des Stadtbildes werden, gehören Luftreiniger in den eigenen vier Wänden in Nordamerika oder Großbritannien mittlerweile zu vielen Haushalten wie Staubsauger und Kaffeemaschine.

In Mitteleuropa sind die Geräte noch nicht ganz so weit verbreitet, jedoch immer stärker auf dem Vormarsch. Die Weltgesundheitsbehörde WHO schätzt, dass die Belastung der Luft durch potenzielle Schadstoffe die Lebenserwartung eines durchschnittlichen EU-Bürgers um mehrere Monate verkürzt. Feinstaub, der vor allem bei Verbrennungsprozessen entsteht, ist nicht nur für viele Atemwegserkrankungen, sondern auch für Herz-Kreislauf-Beschwerden mitverantwortlich.

Wer sich für den Kauf eines Luftreinigers interessiert, sollte zuerst möglichst genau herausfinden, welche dieser Belastungen in der Umgebung vorliegen. Nicht immer sind sie auf den ersten Blick erkennbar, wie zum Beispiel Chemikalien aus neu gekauften Möbeln oder nahegelegenen Industriebetrieben. Nicht zuletzt eignen sich Luftreiniger auch für Raucherhaushalte, da sie nicht nur die Schadstoffe filtern, die dabei an die Umgebung abgegeben werden, sondern auch unangenehme Gerüche beseitigen.

Der passende Filtertyp

Abhängig von der Belastungsart gibt es unterschiedliche Filtertypen zur Auswahl.

So sorgen HEPA-Filter mit integrierter Aktivkohle nicht nur dafür, dass nahezu 100 Prozent des Staubs aus der Luft entfernt werden, sondern sie neutralisieren auch Gerüche. Bakterien, Viren, Schimmel und Allergene werden aufgefangen. Die Filter müssen regelmäßig gewechselt werden.

Die Auffangwirksamkeit elektrostatischer Filter ist vergleichbar – sie können gewaschen werden und sind besonders leise. Gerüche werden jedoch nicht aufgenommen.

Wasserfilter fangen nur rund 70 Prozent des Staubs aus der Luft ab, dienen dafür aber gleichzeitig als Luftbefeuchter. Für Allergiker sind sie allerdings nicht geeignet.

Photokatalytische Filter sterilisieren die Luft mithilfe von UV-Strahlung. Staub, aber auch Dampf, Gasen und Zigarettenrauch lässt sich damit der Kampf ansagen. Sie sollten regelmäßig gewartet werden. Außerdem erzeugen sie Ozon, dass sich in höherer Konzentration wiederum gesundheitsschädlich auswirken kann.

Luftqualität und Lebensqualität

Außerdem sollte vor dem Kauf unbedingt überlegt werden, wo der Luftreiniger zum Einsatz kommen soll. Die Luftleistung, die auf allen Geräten angegeben wird, muss für die Raumgröße ausreichend sein, damit eine zufriedenstellende Wirkung erzielt wird. Der Reiniger sollte in der Lage sein, die gesamte Raumluft innerhalb einer Stunde 2,5-mal zu filtern. Bei starken Allergikern raten Experten sogar zur doppelten Leistung. Im Zusammenhang damit muss auch der entstehende Geräuschpegel bedacht werden. Denn je höher die Leistung, desto lauter ist das Gerät. Das ist besonders wichtig, wenn der Luftreiniger im Schlafzimmer stehen oder im Nachtbetrieb laufen soll. 30 Dezibel sollten dabei nicht überschritten werden, damit die Lebensqualität nicht unter der gesteigerten Luftqualität leidet.

Besonders praktisch sind außerdem Luftreiniger mit Zusatzfunktionen wie Timer und Fernbedienung oder Sensoren, die eine selbstständige Regulierung der Leistung ermöglichen. In vielen Fällen sollten außerdem die Ursachen für die mangelnde Luftqualität nicht außer Acht gelassen werden. Bei Schimmelbefall sorgt ein Luftreiniger beispielsweise dafür, dass die Sporen nicht mehr die Atemwege reizen können, dem Schimmel selbst rückt er jedoch nicht zu Leibe. Grundsätzlich lindern die Geräte immer nur die Symptome, dies jedoch sehr effektiv.