Podcasts – Radioshows on demand

Läuft bei Ihnen noch ganz klassisch das Radio oder hören Sie schon Podcasts?

Parallel zur Entwicklung von Film- und Serien-Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Prime und digitaler Musikdienste wie Spotify, Deezer oder Apple Music wächst seit mittlerweile gut zehn Jahren auch die Anzahl online abonnierbarer, meist kostenloser Mediendateien stetig. Meist sind mit Podcasts Audiodateien gemeint, die man über mobile Geräte hört. Der Großteil der Podcasts besteht aus Gesprächen, das Themenspektrum ist riesig, für so gut wie jedes Interessensgebiet gibt es Podcast-Sendungen.

Neben Radiosendern, die häufig Highlights aus ihrem Programm zum späteren Konsumieren als Podcast veröffentlichen, bieten mittlerweile vor allem auch Zeitungen Podcasts im Rahmen ihrer Onlinepräsenzen an. Da sich Podcasts schnell, einfach und günstig produzieren lassen, gibt es zudem zahlreiche freie Anbieter. Die Vorteile der immer und überall verfügbaren Sendungen liegen auf der Hand: Egal, wann und wo, im Auto, im Zug oder vor dem Einschlafen – Sie bestimmen, welche Inhalte Sie wann aufgreifen möchten.

Entwicklung und Verbreitung

Begonnen hat die Entwicklung des Formats schon im Jahr 2000, damals jedoch noch unter dem Namen Audioblogging. Schnell erfreute es sich großer Beliebtheit und themenorientierte Sendungen bildeten sich heraus. Der mittlerweile gängige Name Podcast setzt sich zusammen aus der englischen Rundfunkbezeichnung Broadcasting und Apples tragbarem MP3-Player iPod, wobei die Bezeichnung stellvertretend für sämtliche tragbaren Audiogeräte steht.

Heutzutage wurden die meisten MP3-Player freilich längst durch Smartphones ersetzt, die man wahlweise mit einer Podcast-App ausstatten kann, um regelmäßige Sendungen zu abonnieren. Auch im deutschsprachigen Raum hat sich die Bereitstellung ausgewählter Radio- und Fernsehsendungen über die Podcast-Funktion bei allen größeren Radiosendern und auch einigen Fernsehsendern etabliert. Auf der eigenen Internetseite, auf speziellen Podcast-Portalen, bei Spotify, iTunes und ähnlichen Anbietern werden ausgewählte oder eigens dafür produzierte Sendungen bereitgestellt, als Live-Stream, zum sofort konsumieren oder zum Herunterladen.

Auch Fernsehsendungen, die nach der Ausstrahlung im TV in den sogenannten Mediatheken der einzelnen Sender verfügbar sind, zählen genau genommen zu den Podcasts. Ebenfalls gibt es Hörbücher, die exklusiv als Podcast erscheinen.

Podcasts in der Wissenschaftskommunikation und Weiterbildung

Mittlerweile werden Podcasts längst nicht mehr nur zur Unterhaltung genutzt. Interessierte finden zahlreiche Podcasts, in denen regelmäßig Wissenschaftler zu Wort kommen und über aktuelle Forschungsprojekte und -ergebnisse berichten.

Der deutsche Podcast Soziopod, der sich mit philosophischen und soziologischen Themen beschäftigt, wurde im Jahr 2013 gar als erster Podcast mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet. In der Weiterbildung kommen Podcasts vor allem im Fremdsprachenunterricht zum Einsatz. Sie eignen sich gut zum Trainieren des Hörverstehens und zeichnen sich besonders durch die Authentizität, Aktualität und thematische Vielfalt der über Podcasts zugänglichen Mediendateien aus.

Für alle, die jetzt neugierig geworden oder auf der Suche nach neuen Podcasts sind, haben wir einige Beispiele besonders beliebter Formate gesammelt:

Investigativer Journalismus aus den USA: Serial
Für Krimifans: Krimikiosk
Alles zum Thema Kultur, Musik, Film, Literatur: Feuilletöne
Für Politikinteressierte: Neuwal