Schlagen Sie Ihr Display auf!

Es ist erstaunlich, wie genau Steven Spielberg im Jahr 2002 mit seinem Film „Minority Report“ die Zukunft vorhergesehen hat. Der Hollywood-Streifen mit Tom Cruise spielt im Jahr 2045. Einige der darin vorgestellten Technologien sind bereits jetzt sehr nah an der Filmvorlage. Augenscans, individualisierte Werbung und Multi-Touch-Displays sind längst Realität und entwickeln sich rasant weiter.

Ein Publikumsfavorit aus dem Film waren die elektronischen Zeitungen. In einer Szene rennt Cruise in eine U-Bahn, in der die Fahrgäste Digital-Displays in Form von Zeitungen halten, die sich ständig aktualisieren. Eine ähnliche Darstellung fand man auch in den Harry-Potter-Filmen. Die Zauberer-Zeitung „Daily Prophet“ enthält statt Bildern interaktive Videos und ist ständig auf dem neuesten Stand. 

Unsere Tablets und Smartphones sind im Prinzip die reellen Entsprechungen der Filmvorlage. Einziger Unterschied: Man kann sie nicht falten oder aufrollen und sie sind deutlich dicker als ein Blatt Papier. In den letzten Jahren gab es immer wieder Vorstöße der großen Elektronikhersteller, dies zu ändern. Besonders die Südkoreaner LG und Samsung verblüffen regelmäßig mit bedeutenden Fortschritten auf dem Gebiet. Sie sehen darin u. a. für Smart-Uhren und Smartphones großes Potenzial.

Im Hinblick auf Smartphones wünschen sich Nutzer schließlich große Bildschirme und zugleich kleine Geräte, die sich bequem in der Hosentasche verstauen lassen. Flexible Displays könnten da genau die passende Lösung bieten. 

Das faltbare Display kommt 

Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2016 in Las Vegas präsentierte Samsung ein faltbares Display und meldete zuvor Patente für faltbare Smartphones an. Die abgerundeten Ecken am Samsung Galaxy S6 Edge waren noch eher eine innovative Design-Komponente. Die technischen Zeichnungen aus dem Patentantrag sehen dagegen schon nach einer komplett neuen Handy- Generation aus. 

LG zeigte auf der gleichen Messe ein papierdünnes 18-Zoll-OLED(organische Leuchtdiode)-Display, das wie eine Zeitung aufgerollt werden kann. Die Technologie ermöglicht die Entwicklung neuartiger Gerätegenerationen und Designs. 

Auch das Entwicklungsunternehmen FlexEnable aus Cambridge zeigte bei der MWC 2016 einen LCD-Bildschirm, der so biegsam ist, dass er sich um ein etwas kräftigeres Handgelenk rollen lässt. Die TFT-Version ist dem noch einen Schritt voraus.

Sie kann sogar um einen Bleistift gewickelt werden. Neben dem Einsatz im Smartphone-Markt soll es aus vielen weiteren Branchen Nachfragen geben. Autohersteller könnten mit biegsamen Displays z. B. die zumeist flachen Screens in ihren Fahrzeugen durch elegantere, gebogene Versionen ersetzen. 

Wann ist es so weit? 

In Insider-Kreisen geht man davon aus, dass Samsung am Mobile World Congress 2017 in Barcelona die ersten Smartphones mit faltbarem Display präsentieren wird. Ob dies trotz der aktuellen Schwierigkeiten mit explodierenden Akkus im Galaxy gelingt, bleibt abzuwarten. Doch eines scheint klar: Handys mit faltbarem Bildschirm werden kommen.