Smartes Spieglein an der Wand ...

Ein intelligenter interaktiver Spiegel im Badezimmer? Der sogenannte Smart Mirror gehört zu den technischen Neuerungen, die unser Zuhause mittels Vernetzung komfortabler machen sollen. Wir verraten, was die innovativen Spiegel alles können.

Zeit effektiv nutzen

Das war einer der Gedanken, der hinter der Entwicklung der smarten Spiegel stand. Schließlich verbringt man viel Zeit im Badezimmer. Wäre es nicht praktisch, wenn man beim Zähneputzen gleichzeitig die Nachrichten verfolgen oder E-Mails lesen könnte? Das fragten sich zumindest die Erfinder des intelligenten Badezimmeraccessoires.

Ein großer Vorteil des schlauen Spiegels soll es sein, die Hände frei zu haben und sich dabei schon informieren und planen zu können – für einen organisierten und gut vorbereiteten Start in den Tag. So wird der Spiegel zum persönlichen Assistenten.

Das kann der schlaue Spiegel …

Mittlerweile gibt es bereits mehrere Modelle auf dem Markt. Auch Anleitungen zum Bauen und Programmieren für Tüftler, die ihren eigenen Spiegel entwerfen wollen, finden sich im Internet zuhauf. Der wichtigste Unterschied zwischen den verschiedenen Varianten: Sie können entweder per Touchscreen oder nur durch Gesten beziehungsweise die Stimme gesteuert werden. Letzteres bietet dabei den Vorteil, dass die Oberfläche nicht mit Fingerabdrücken verschmiert werden kann.

Gemeinsam ist den Modellen die integrierte Gesichtserkennung. So können personalisierte Daten ausgegeben werden, zum Beispiel eine Erinnerung an Termine oder die Medikamenteneinnahme. Auch die Wettervorhersage oder aktuelle Fahrpläne und Verkehrsinformationen können die Spiegel dem Betrachter zur Verfügung stellen. Es gibt die Spiegel außerdem auch mit Beleuchtung, integrierten Flächenlautsprechern oder einer eingebauten Heizung, die das Beschlagen des Glases verhindert. Sogar Spiegel, die mit einer HD-Kamera ausgestattet sind, kann man erwerben.

… und so funktioniert er

Ausgestattet mit einem eigenen Betriebssystem lässt sich der Spiegel per App mit dem Smartphone verbinden und sammelt so Informationen. Auch eine Kopplung mit sogenannten Wearables, also zum Beispiel einem Fitnesstracker oder einer Smartwatch, ist möglich. Die Darstellung erfolgt mithilfe eines halbdurchlässigen venezianischen Spiegels, hinter dem ein Display angebracht wird. Dadurch büßen die meisten Smart Mirrors allerdings ein wenig von ihren spiegelnden Eigenschaften ein und erscheinen mitunter etwas dunkler, als wir das von herkömmlichen Badezimmerspiegeln gewohnt sind.

Meist stehen dem Benutzer verschiedene Modi zur Auswahl, zum Beispiel ein Stand-by-Modus, in dem nur Basisinformationen wie Uhrzeit und Wetter angezeigt werden, oder ein Ruhemodus, in dem der Spiegel tatsächlich nur als Spiegel fungiert.

Assistent im Hotel oder in der Umkleidekabine

In Zukunft sollen die intelligenten Spiegel noch viele andere Funktionen übernehmen, an weiteren Apps wird eifrig getüftelt. So soll man via Spiegel einkaufen und zum Beispiel Schmuckstücke vorab virtuell anprobieren können. Auch Hautanalysen sollen mittels Spiegel mit eingebauter Kamera möglich sein, ebenso wie Schönheitstipps und die Empfehlung passender Produkte.

Außerhalb des heimischen Badezimmers könnten die smarten Spiegel auch bald in Umkleidekabinen zu finden sein und potenziellen Käufern bei der Auswahl der richtigen Kleidung beratend zur Seite stehen oder weiterführende Informationen zum gewählten Produkt anbieten. In einigen Hotellobbys kann man den intelligenten Wandschmuck bereits antreffen. Dort übernimmt er Concierge-Aufgaben, lässt die Hotelgäste den Urlaub organisieren oder per Touchscreen Tickets buchen.