Welthundetag - Hunde die treuen Gefährten des Menschen

Welthundetag

Der Hund - der beste Freund des Menschen


Hunde vermitteln Wärme und Geborgenheit, helfen über Einsamkeit hinweg, sind oft liebste Spielkameraden von Kindern und vielen Menschen die besten Freunde. Allein in Österreich leben etwa 600.000 Hunde. Sie werden als Therapie- und Begleithunde eingesetzt, spüren Verschüttete auf, begleiten Blinde, erschnuppern Sprengstoff, Drogen und auch Verschwundene und werden daher im Polizeidienst ebenso eingesetzt wie im medizinisch-therapeutischem Bereich. In manchen Weltgegenden geht es sogar gar nicht ohne Hund: In den tierverschneiten Gegenden Alaskas werden Huskies zum Ziehen der Schlitten eingesetzt und auch Jagden sind ohne Hunde kaum vorstellbar.

Wolf und Hund - Domestizierung oder Evolution


Doch völlig gleich ob es sich um einen Windhund oder einen Labrador, eine massige Dogge, einen mittelgroßen Schäferhund, um einen Dackel oder Mops, einen Mischling oder um einen kleinen Chihuahua handelt, in allen steckt - ob man's glaubt oder nicht - noch ganz tief im Innern ein Kern vom Wolf. Doch selbst namhafte Biologen und Wissenschaftler waren sich bis ins 20. Jahrhundert hinein nicht völlig sicher, ob nicht außer dem Wolf eventuell noch andere hundeartige Vierbeiner eine gewisse Rolle bei der Herauszüchtung von Hunderassen gespielt haben könnten.

Erst Gen-Studien brachten hier völlige Sicherheit: der Haushund, gleich ob groß oder klein, stammt vom gemeinen grauen Wolf - und nur vom Wolf - ab. Bei den rechnerischen Auswertungen der genetischen Analysen kamen die Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung, dass der Wolf und der Haushund sich bereits vor ca. 135.000 Jahren in ihrer Entwicklung trennten - allerdings konnte diese Theorie bis dato nicht mit archäologischen Befunden bestätigt werden. Andere Studien wiederum lassen darauf schließen, dass der Mensch vermutlich erstmalig vor rund 15.000 Jahren begann, Wölfe zu Haushunden zu domestizieren. Möglicherweise handelt es sich jedoch um keine einseitige Domestizierung des Wolfes durch den Menschen, sondern auch um eine evolutionäre Verhaltensänderung der Tiere in Folge veränderter Umweltbedingungen.

Eine endgültige Antwort auf diese Frage gibt es jedenfalls noch nicht. Wahrscheinlich ist, dass einzelne Wölfe oder Wolfsrudel die Nähe des Menschen suchten und sich auf die Verwertung von Nahrungsresten und sonstigen menschlichen Abfallprodukten spezialisierten. Dass sich der Wolf langsam als Resteverwerter dem Menschen anschloss, für diese Vermutung sprechen auch archäologische Funde.  So fand man bei Ausgrabungen an den Wohnplätzen einstiger Mammutjäger unter anderem auch Überreste von Wölfen.

Rassehund


Wolf und Haushund haben einen gemeinsamen evolutionären Stammbaum, doch dieser evolutionäre Stammbaum des Haushundes hat rein gar nichts mit dem Stammbaum eines Rassehundes gemein. Der Stammbaum eines Rassehundes bezieht sich nämlich lediglich auf die direkten Vorfahren und gibt Auskunft über die Elterntiere und Großeltern eines Haushundes. Er entspricht in etwa einer Ahnentafel beim Menschen und ist den Eintragungen des jeweiligen Zuchtbuchs zu entnehmen.


Hundrassen


Im Verlauf der Mensch-Hund-Beziehung haben sich, regional und nach den Umwelt- und Lebensbedingungen, unterschiedliche Hunderassen herausgebildet. Die Spannweite der Körpergrößen ist so groß wie bei keinem anderen Landwirbeltier. Hunde werden in allen Größen und Farben gezüchtet, die internationalen Zuchtverbände haben mehr als 300 unterschiedliche Rassen offiziell anerkannt.

Während früher Hunde nach der ihnen zugeteilten Arbeit eingeteilt wurden ( z.B: Jagdhunde, Wachhunde oder Hirtenhunde) und ihr Aussehen eher zweitrangig war, werden in den letzten 100 Jahren viele Hunderassen eher ihrem Aussehen nach ausgewählt und weiter gezüchtet. Doch auch wenn der heutige Rassehund nicht mehr direkt von den eigentlichen Gebrauchs- und Arbeitshunden abstammt, sollte man bei der Wahl einer Hunderasse berücksichtigen, für welche Arbeiten sie ursprünglich gezüchtet wurde. Denn die bewusste und selektive Züchtung für bestimmte Aufgaben über viele Generationen hinweg ist nicht so schnell ausgelöscht; gewisse rassetypische Eigenschaften sind genetisch verankert und können nicht einfach wegtrainiert werden.

Wer sich z. B. einen Jagdhund anschafft, kann noch so viel Gehorsam trainieren, der Jagdtrieb wird immer erhalten bleiben. Für welche Aufgaben und Arbeiten die derzeit über 300 weltweit anerkannten Hunderassen ursprünglich gezüchtet wurden, erschließt sich durch die Gruppeneinteilung der FCI. Die kynologische Weltorganisation (Fédération Cynologique Internationale, kurz FCI) unterteilt die Hunderassen - nach rassespezifischem Verhalten und Aussehen - in zehn Gruppen:

Hütehunde und Treibhunde


Sie wurden ursprünglich dazu gezüchtet, Nutztiere zu hüten und Herden von einem Ort zum nächsten zu treiben. Das Hüteverhalten geht auf das Jagdverhalten der Wölfe bei der Großwildjagd zurück, typische Rassen sind der deutsche Schäferhund oder der Collie.

Pinscher, Schnauzer und Molosser

Diese Gruppe umfasst eine Reihe von Hunderassen die nur wenig gemeinsam haben. Bekannte Vertreter wie Schnauzer, Boxer, Bernhardiner und Rottweiler zählen zu dieser Hundegruppe, ebenso Berghunde, wie der Hovawart oder der Sennenhund. Jeder von ihnen hat einen ganz eigenen Charakter.

Terrier

Terrier waren ursprünglich Jagdhunde, die dazu gezüchtet wurden, Füchse und Dachse aus ihrem unterirdischen Bau zu treiben. Auch hier finden sich ganz unterschiedliche Charaktere und Größen wie z.B der Yorkshire Terrier oder der Staffordshire Bullterrier

Dackel oder Dachshunde

Dackel besitzen ein rechts ausgeprägtes Selbstbewusstsein, mitunter wird ihnen Störrigkeit nachgesagt. In der Tat ist der Bindungswille bei Dachshunden weniger stark ausgeprägt. Bei liebevoller und konsequenter Erziehung entwickeln sie sich jedoch zu idealen Begleitern und freundlichen Familienhunden.

Spitze und Hunde vom Urtyp

Hunde vom Urtyp bezeichnet Rassen, die sich in ihrem Aussehen im Laufe vieler Jahrhunderte kaum verändert haben und auch in ihrem Verhalten sehr ursprünglich sind. Kennzeichnend für sie sind die Stehohren und meist die über den Rücken getragene Ringelrute. Typische Vertreter: Huskies, Spitz und Zwergspitz, Samojide oder Chow Chow.

Laufhunde, Schweißhund und verwandte Rassen

Sie wurden seit Jahrhunderten als Jagdhunde eingesetzt und verfügen über einen ausgezeichneten Geruchssinn. Sie sind es gewohnt, jeder Witterung und jeder Spur nachzugehen und die Jagd aufzunehmen. Beagle, Bassets, Dalmatiner oder der Bluthund sind typische Laufhunde, die - wie der Name schon sagt -, viel Auslauf brauchen. 

Vorstehhunde

Vorstehhunde sind Jagdhunde, speziell darauf abgerichtet, das Wild aufzuspüren aber nicht selbst zu erjagen. Diese Hunde jagen unter Kommando, sie können sich daher gut unterordnen und gehorchen. Dennoch binden sie sich nicht so stark an ihren Halter, ihr Hauptinteresse gilt ihrer Umwelt. Zu den Vorstehenden zählen u.a.: Deutsches Draht - und Kurzhaar, der Weimaraner oder der Münsterländer.

Apportier- Stöber oder Wasserhunde

Sie treiben das Wild auf den Jäger zu (Stöberhunde), bringen dem Jäger erlegtes Wild (Apportierhunde) oder sind auf die Arbeit im Wasser spezialisiert (Wasserhunde). Typische Vertreter und in unsrem Breiten sehr beliebt: Cockerspaniel, Golden Retriever oder Labrador Retriever - letztere sind auch ausgezeichnete Schwimmer.

Gesellschafts- und Begleithunde

Mops, Pudel, Chihuahua oder Pekinese gehören in diese Gruppe. Sie sind in der Regel unterordnungsbereit und sozialverträglich - liebenswerte Persönlichkeiten, die aber auch ihren eigenen Kopf haben. Gesellschaftshunde variieren stark in ihrem Aussehen, gemeinsam ist ihnen oft ihr hübsches Äußeres, eine ausgefallene Zeichnung und ihr friedfertiger Charakter.

Windhunde

Speziell für Hetz- und Treibjagden gezüchtet, sind Windhunde die schnellsten Hunde der Welt. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h ist der Greyhound nach dem Gepard das zweitschnellste Landtier überhaupt. Im Gegensatz zu anderen Jagdhunden verfolgen Hetzhunde ihre Beute nicht durch Nasenarbeit, sondern jagen auf Sicht und hetzen das Wild bis zur Erschöpfung.

Der Hund als Therapie – und Rettungshund

Therapiehunde sind Hunde, die zusammen mit ihrem Besitzer eine spezielle Ausbildung mit Prüfung absolviert haben und in sozialen Einrichtungen eingesetzt werden.  Grundsätzlich gibt es keine Einschränkung auf bestimmte Rassen, dennoch eignen sich aufgrund ihrer Charaktereigenschaften manche Rassen besser und andere schlechter als Therapiehund - doch prinzipiell ist jeder gesunde Hund als Therapiehund geeignet, der

• ein gutmütiges, sanftes und menschenfreundliches Wesen besitzt,
• kontaktfreudig und stressbelastbar ist,
• eine vertrauensvolle, enge Beziehung zu seinem Besitzer hat,
• Artgenossen gegenüber sehr gut verträglich ist.

Das Team Mensch-Therapiehund arbeitet mit den Möglichkeiten der tiergestützten Therapie in verschiedensten Einrichtungen, wie Seniorenheimen, Schulen, Kindergärten oder mit Menschen mit Behinderung. Der gezielte Einsatz erfolgt überall dort, wo eine Förderung von physischen, psychischen, und kognitiven Fähigkeiten erwünscht ist. Therapiehunde werden gezielt eingesetzt

• als Co - Therapeut zur Unterstützung verschiedener therapeutischer Interventionen
• als Besuchshund um Kommunikationsbereitschaft und psychisches Wohlbefinden zu steigern
• um besonders im Kindergarten- und Grundschulbereich, über Hunde und deren Verhalten zu lernen.

Rettungshunde

Rettungshundearbeit ist Teamarbeit  und die Ausbildung ist für Hund und Mensch sehr anspruchsvoll. Der Hundeführer muss über eine gute Kondition verfügen, gegenüber seinem vierbeinigem Partner viel Feingefühl aufbringen und vor allem auch die Leistungsgrenzen erkennen und respektieren. Obwohl der Hund bereits seit Jahrtausenden Begleiter des Menschen ist, sind Rettungshunde eine recht moderne Erscheinung, systematisch genutzt wurden diese Fähigkeiten erst im 19. Jahrhundert. Der „Urvater“ des Rettungshundewesens war "Barry", ein Bernhardiner des Hospizes am Großen St. Bernhard, dem nachgesagt wird, dass er neben dem Finden des richtigen Weges im Schneegestöber auch Zeit seines Lebens (1800 - 1812) 40 Menschen das Leben gerettet haben soll.

Heute kommen Rettungshunde bei verschiedensten Anlässen zum Einsatz: bei Lawinenabgängen, Wasserrettung, Trümmersuche oder beim sogenannten Mailtraining, wo der Hund dem Individualgeruch eines Menschen folgt anstatt eine Bodenfährte zu verfolgen. Ob Lawinenunglücke, Erdbeben oder andere Katastrophen, mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn sind die Vierbeiner sogar modernen technischen Hilfsmitteln oftmals einen Schritt voraus.

Ein Rettungshund muss leistungswillig und menschenfreundlich sein. Jedoch sind nicht alle Tiere für die Ausbildung zur Bergung von Menschen geeignet. Am häufigsten werden Schäferhunde bei der Trümmersuche, Neufundländer bei der Wasserrettung  und Bernhardiner bei Lawinenabgängen eingesetzt, doch auch Labradors und Collies sind vielfältig im Einsatz.

Seit Jahrhunderten ist der Hund dem Menschen ein treuer Gefährte - ob als Schmusehund wie der Pudel,  als Arbeitstier wie der Huskie oder der Jagdhund, als Therapiehund, wie der Golden Retriever oder als Rettungshund wie z.B. der Deutsche Schäferhund. Ein Leben ohne Hund ist für viele von uns schlichtweg nicht vorstellbar und drum ist es nur recht und billig, wenn dem treusten Freund des Menschen ein eigener Gedenktag gewidmet ist.

Linktipps:

www.hunde-zone.at
Österreichische Rettungshundebrigade
Giftpflanzen für Hund und Katz
www.meinurlaub-mit-hund.com